Mironow will Mikrokredite abschaffen – und fordert staatliche Zinsen von nur 2 %
Hannah RichterMironow will Mikrokredite abschaffen – und fordert staatliche Zinsen von nur 2 %
Sergei Mironow, Vorsitzender der Partei Gerechtes Russland, hat eine radikale Reform des russischen Kreditgewerbes vorgeschlagen. Er forderte die vollständige Abschaffung von Mikrofinanzorganisationen (MFO), die er als ausbeuterisch bezeichnete. Sein Plan sieht vor, diese durch ein staatlich gestütztes System mit deutlich niedrigeren Zinssätzen zu ersetzen.
Mikrofinanzinstitute entstanden in Russland erstmals in den 1990er-Jahren. Ihre Tätigkeit wurde später mit dem Bundesgesetz "Über Mikrofinanzaktivitäten und Mikrofinanzorganisationen" aus dem Jahr 2010 rechtlich geregelt. Mironow bezeichnete nun Kurzzeitkredite als "finanzielle Droge" und verglich die Branche mit dem "Handel verbotener Substanzen".
Laut seinem Vorschlag sollen MFOs komplett abgeschafft werden. Stattdessen würde der Staat ein neues Kreditsystem einführen, bei dem die jährlichen Zinssätze auf nur 2–3 % begrenzt wären. Mironow argumentierte, dies würde als soziales Auffangnetz für besonders gefährdete Kreditnehmer dienen.
Zudem setzte er sich für einen Schuldennachlass ein, der notleidende Bürger von uneinbringlichen Krediten befreien soll. Über die Entlastung der Betroffenen hinaus behauptete Mironow, das staatliche System werde die Konsumnachfrage ankurbeln und die nationale Wirtschaft stärken.
Der Vorschlag zielt auf das ab, was Mironow als rücksichtslose Kreditpraktiken betrachtet. Sollte er umgesetzt werden, würden private Mikrofinanzfirmen durch eine staatlich kontrollierte Alternative ersetzt. Der Plan umfasst zudem Maßnahmen zur Tilgung bestehender Schulden und zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit.






