Missouri stimmt über radikale Steuerreform ohne Einkommensteuer ab
Die Wähler in Missouri stehen Ende 2023 vor einer weitreichenden Entscheidung: Soll die staatliche Einkommensteuer abgeschafft werden? Die zur Abstimmung stehende Vorlage sieht einen schrittweisen Ausstieg vor, der durch Anpassungen der Umsatzsteuer finanziert werden soll. Die Befürworter haben den Wortlaut der Initiative bewusst so gewählt, dass Begriffe wie "Erhöhung" oder "Ausweitung" vermieden werden.
Die Einkommensteuer ist seit 1917 fester Bestandteil des Steuersystems in Missouri. Würden die Wähler dem Vorhaben zustimmen, wäre Missouri der erste Bundesstaat, in dem das Parlament die Bürger direkt auffordert, diese Steuer abzuschaffen. Der Plan sieht vor, die Einkommensteuer schrittweise zu senken – abhängig vom Wachstum der Staatseinnahmen.
Um die entfallenden Einnahmen auszugleichen, könnte der Gesetzgeber die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer verbreitern. Studien zufolge würde die Umstellung jedoch für manche Haushalte teurer werden. Eine Familie mit einem Jahreseinkommen zwischen 40.000 und 63.000 Euro müsste im neuen System voraussichtlich etwa 435 Euro mehr pro Jahr zahlen.
Missouri ist nicht das einzige Bundesland, das über einen solchen Schritt nachdenkt. Kentucky, Mississippi, Oklahoma und South Carolina haben bereits Gesetze verabschiedet, die langfristig zur Abschaffung ihrer Einkommensteuern führen könnten. Alaska bleibt der einzige Staat, der eine allgemeine Einkommensteuer einst einführte und später wieder abschaffte. In Massachusetts lehnten die Wähler ähnliche Vorhaben dagegen 2002 und 2008 ab.
Das Ergebnis der Abstimmung in Missouri könnte das Steuersystem des Bundesstaats grundlegend verändern. Bei einer Zustimmung würde die Einkommensteuer schrittweise entfallen, während Anpassungen der Umsatzsteuer die Lücke schließen sollen. Die Entscheidung wird auch zeigen, wie die Wähler den Trade-off zwischen direkten und indirekten Steuern bewerten.






