Montenegro lehnt Rückzug von Portugals Arbeitsmarktreform trotz PS-Forderung ab
Hannah RichterMontenegro lehnt Rückzug von Portugals Arbeitsmarktreform trotz PS-Forderung ab
Portugals Ministerpräsident Luís Montenegro hat sich während des Alvarinho-Wein- und Räucherfleischfestes in Melgaço zu den geplanten Arbeitsmarktreformen geäußert. Seine Stellungnahme erfolgte, nachdem der Vorsitzende der Sozialistischen Partei (PS) noch am selben Tag gefordert hatte, das gesamte Reformpaket zu verwerfen.
Die Regierung hat bereits mehrere Maßnahmen als Reaktion auf die Bedenken der Gewerkschaften angepasst, doch die entscheidenden Weichenstellungen hängen nun von den laufenden Verhandlungen ab.
Der PS-Vorsitzende hatte die Regierung heute aufgefordert, die Pläne zur Arbeitsmarktreform vollständig aufzugeben. Montenegro reagierte während eines öffentlichen Auftritts und signalisierte zwar weitere Kompromissbereitschaft, lehnte es aber ab, das Reformvorhaben gänzlich fallen zu lassen.
In den Verhandlungen gab es bereits Zugeständnisse bei befristeten Arbeitsverträgen, Wiedereinstellungsregelungen, dem Überstundenausgleichssystem und der Leiharbeit – allesamt Bereiche, die die Gewerkschaft UGT kritisch angemahnt hatte. Der Ministerpräsident kam einigen Forderungen der Gewerkschaften vollständig nach, während er bei anderen Teilanpassungen vornahm.
Falls im Rahmen des Sozialen Dialogs keine Einigung zustande kommt, wird das Parlament das letzte Wort über die Reformen haben. Die Kompromissbereitschaft der Regierung zeigt den Druck, der sowohl von Oppositionsparteien als auch von Arbeitnehmervertretern ausgeht.
Die Debatte um die Arbeitsmarktreform tritt nun in eine entscheidende Phase ein. Sollten die Gespräche zwischen Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern scheitern, wird das Parlament über die künftige Ausgestaltung zentraler Arbeitsregelungen entscheiden. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten entwickeln.






