21 March 2026, 20:32

Mossad-Attentat in Dubai: Wie ein Hamas-Führer im Hotelzimmer starb

Luftaufnahme des Burj Al Arab Hotels in Dubai, UAE, mit Fahrzeugen, Straßeninfrastruktur, Grünflächen und umliegenden Gebäuden.

Mossad-Attentat in Dubai: Wie ein Hamas-Führer im Hotelzimmer starb

Mahmud al-Mabhuh, ein hochrangiges Mitglied des militärischen Arms der Hamas, wurde am 20. Januar 2010 tot in einem Hotel in Dubai aufgefunden. Spätere Ermittlungen ergaben, dass es sich um einen akribisch geplanten Anschlag handelte, der allgemein dem israelischen Geheimdienst Mossad zugeschrieben wird.

Die Operation verlief rasant: Ein Agententeam reiste ein und verließ das Land innerhalb eines einzigen Tages. Was zunächst wie ein makelloser Einsatz erschien, entwickelte sich bald zu einem internationalen diplomatischen Konflikt für Israel.

Der Anschlag nahm am 19. Januar 2010 seinen Lauf, als al-Mabhuh aus Damaskus in Dubai eintraf. Bereits um 15:00 Uhr hatten Mossad-Agenten mit der engmaschigen Überwachung begonnen und verfolgten seine Bewegungen bis zum Al Bustan Rotana-Hotel.

Ein Team aus elf Agenten, die mit europäischen Pässen reisten, war bereits am Vortag in Dubai eingetroffen. Getarnt als Touristen bereiteten sie die Operation vor, die von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einem Vorschlag des Mossad-Direktors Meir Dagan genehmigt worden war. Der Geheimdienst stand unter Druck, seinen Ruf nach einem gescheiterten Einsatz in Amman 1997 wiederherzustellen.

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Gegen 20:30 Uhr schlug das Team zu. Al-Mabhuh wurde in seinem Hotelzimmer mit einem Muskelrelaxans injiziert und anschließend mit einem Kissen erstickt. Die Attentäter inszenierten die Szene so, dass sie wie ein natürlicher Tod wirkte, und hinterließen eine kleine Medikamentenflasche, um einen Herzinfarkt vorzutäuschen. Bereits um 20:40 Uhr hatten sie den Raum verlassen – ohne Spuren zu hinterlassen.

Innerhalb von 24 Stunden hatten alle Agenten Dubai unverletzt verlassen. Der Einsatz schien gelungen – bis Details ans Licht kamen, die den Gebrauch gefälschter Pässe enthüllten und eine diplomatische Gegenreaktion gegen Israel auslösten.

Der Tod al-Mabhuhs wurde als gezielte Tötung bestätigt, präzise ausgeführt von einem Team ausländischer Agenten. Zwar blieb die Operation selbst zunächst unentdeckt, doch die Folgen setzten Israel internationaler Kritik aus.

Der Vorfall verdeutlichte die Risiken verdeckter Operationen, insbesondere wenn fremde Identitäten genutzt werden. Diplomatische Spannungen folgten und hinterließen einen bleibenden Eindruck auf die Auslandsaktivitäten des israelischen Geheimdienstes.

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