Nachhaltiger Online-Handel: Warum Deutsche grüne Optionen kaum nutzen
Lina SeidelNachhaltiger Online-Handel: Warum Deutsche grüne Optionen kaum nutzen
Nachhaltiger Online-Handel in Deutschland: Interesse groß, Umsetzung lasch
Die Einkaufsgewohnheiten der Deutschen im Internet verschieben sich zwar in Richtung Nachhaltigkeit, doch viele Verbraucher stoßen nach wie vor auf Hürden. Eine aktuelle Studie zeigt: Zwar ist das Interesse an umweltfreundlichen Optionen groß, doch in der Praxis werden sie kaum genutzt. Ob Secondhand-Käufe oder klimafreundliche Lieferungen – die Kundschaft wünscht sich Veränderung, doch nur wenige machen von den bestehenden Lösungen vollen Gebrauch.
Secondhand-Shopping im Aufwind – besonders bei Jungen Vor allem jüngere Käufer entdecken den Gebrauchtmarkt für sich. Mehr als die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen kauft mittlerweile gebrauchte Artikel online. Frauen (44 %) sind auf Plattformen wie Vinted, eBay Kleinanzeigen oder Shpock aktiver als Männer (36 %). Weitere 28 % der Internetnutzer können sich vorstellen, in Zukunft Secondhand-Ware zu erwerben.
Verpackungswahn und Lieferchaos: Kritik an mangelnder Nachhaltigkeit Auch bei Verpackung und Zustellung gibt es Handlungsbedarf: 86 % der Käufer erhalten Waren in überdimensionierten Kartons – eine verschwendete Ressource. 61 % fordern Lieferungen per E-Auto oder Fahrrad, um Emissionen zu reduzieren. Doch nur 8 % zahlen aktuell für eine CO₂-Kompensation, auch wenn 34 % grundsätzlich dazu bereit wären.
Reparatur statt Neukauf? Theorie und Praxis klaffen auseinander Ähnliche Lücken zeigen sich bei anderen nachhaltigen Angeboten: Zwar interessieren sich 59 % für Reparaturdienste der Händler, doch nur 13 % nutzen sie. 56 % würden Bestellungen bündeln, um Lieferungen zu reduzieren – tatsächlich tun es aber nur 21 %. Die Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit sehen dabei 81 % der Verbraucher bei den Händlern selbst.
eBay wächst – doch deutsche Secondhand-Plattformen im Daten-Dunkel Laut globalen Zahlen von eBay stieg die Zahl der aktiven Kunden im vierten Quartal 2024 auf 134 Millionen – ein Plus von 1 % im Vergleich zum Vorjahr. Aktuelle Daten zur Entwicklung von Vinted, eBay Kleinanzeigen oder Shpock speziell in Deutschland fehlen jedoch seit 2022.
Fazit: Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit Die Studie offenbart eine deutliche Diskrepanz zwischen Konsumenteninteresse und tatsächlichem Handeln. Zwar besteht der Wunsch nach grünerem Einkaufen, doch die Mehrheit bleibt bei herkömmlichen Methoden. Mit 40 % Nutzern auf Secondhand-Plattformen ist das Potenzial für Wachstum vorhanden – doch nur, wenn Händler und Käufer gemeinsam nachhaltige Praktiken vorantreiben.






