Neue EU-Regeln gefährden britischen Honigmarkt durch strengere Kennzeichnungspflichten
Emil LangeNeue EU-Regeln gefährden britischen Honigmarkt durch strengere Kennzeichnungspflichten
Neue EU-Lebensmittelkennzeichnungsregeln könnten den Honigverkauf im UK bald verändern
Die Änderungen sind Teil eines umfassenderen Abkommens, das britische Standards an die der Europäischen Union angleicht. Unternehmen warnen jedoch, dass die Maßnahme die Kosten in die Höhe treiben und zusätzlichen bürokratischen Aufwand verursachen könnte – selbst für solche, die nicht mit dem Block handeln.
Großbritannien und die EU haben sich auf eine „dynamische Angleichung“ bei Lebensmittelstandards geeinigt, was bedeutet, dass das UK künftig mehr EU-Vorschriften übernehmen wird. Eine davon ist die sogenannte Frühstücksrichtlinie, die strengere Kennzeichnungsregeln für Honig einführt. Da das UK nur etwa 5 % des verbrauchten Honigs selbst produziert, wird der Großteil importiert, gemischt und erst dann im Land abgepackt. Die neuen Regeln könnten diesen Prozess deutlich komplizierter machen.
Kritiker bemängeln, dass die Änderungen Unternehmen mit Bürokratie belasten und die Ausgaben erhöhen werden. Shanker Singham, ehemaliger Berater des früheren Handelsministers Liam Fox, bezeichnete EU-Vorschriften oft als übermäßig detailliert und innovationsfeindlich. Der Reform-UK-Abgeordnete Andrew Rosindell ging noch weiter und nannte das Abkommen eine „stille Kapitulation“ vor Brüssel.
Die britische Lebensmittelbehörde Food Standards Agency hat bestätigt, dass das Land die neuen Regeln umsetzen wird, sofern keine Ausnahmen ausgehandelt werden. Einige spezielle Honigsorten könnten aus den Supermarktregalen verschwinden, wenn ihre Etiketten den Anforderungen nicht genügen. Zudem könnten die Änderungen zu höheren Preisen und mehr Lebensmittelverschwendung führen, da Hersteller mit der Einhaltung kämpfen.
Honig bleibt ein britischer Liebling – von König Charles III. bis zu Winnie Puuh. Doch da Importe den Markt dominieren, könnten die neuen Vorschriften ein Produkt durcheinanderbringen, das landesweit auf den Frühstückstischen steht.
Das Abkommen bedeutet, dass strengere EU-Kennzeichnungsvorschriften auch für britischen Honig gelten – es sei denn, es werden Ausnahmen durchgesetzt. Die Hersteller müssen mit höheren Kosten und möglichen Engpässen bei bestimmten Sorten rechnen. Vorerst hängt die Zukunft der britischen Honigversorgung von weiteren Verhandlungen mit Brüssel ab.






