22 March 2026, 06:36

Neue Zeugen belasten Ex-Chef des ghanaischen Sicherheitsbüros in Millionenskandal

Gerichtssaal-Szene mit Anwälten, die um einen langen Tisch sitzen, der mit Dokumenten und Gegenständen bedeckt ist, mit sichtbarem Text unten.

Neue Zeugen belasten Ex-Chef des ghanaischen Sicherheitsbüros in Millionenskandal

Der Prozess gegen den ehemaligen Generaldirektor des Nationalen Sicherheitsbüros (NSB), Kwabena Adu-Boahene, hat mit neuen Zeugenaussagen und juristischen Argumenten eine weitere Wendung genommen. Edith Ruby Opokua Adumuah, die zweite Zeugin der Anklage, lieferte zentrale Einblicke in die Finanzvorgänge unter Adu-Boahenes Führung. Unterdessen bereitet sich die Verteidigung darauf vor, im März 2026 den leitenden Ermittler der Economic and Organised Crime Office (EOCO), Frank Marshall Cromwell, zu befragen, wenn das Verfahren fortgesetzt wird.

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Der von Richter Francis Apangabuno Achibonga geleitete Prozess lenkt zudem die Aufmerksamkeit auf die umfassendere Rolle der EOCO bei hochkarätigen Ermittlungen, darunter die jüngste Zerschlagung eines internationalen Betrugsnetzwerks mit Opfern in den USA.

In ihrer Aussage erklärte Adumuah, Adu-Boahene habe persönlich dringende Sondereinsätze vorfinanziert, wenn dem NSB die Mittel ausgingen. Zudem betonte sie, dass weder ein offizieller Bericht, eine Prüfung noch eine interne Anfrage den angeblichen Diebstahl von 49,1 Millionen Ghana-Cedi (GH¢) bestätigt habe – ein zentraler Vorwurf der Anklage.

Das von Samuel Atta Akyea angeführte Verteidigungsteam zeigte sich bisher zufrieden mit dem Prozessverlauf. Akyea konzentriert sich nun auf Cromwells bevorstehende Aussage und erwartet von ihm Aufklärung über dessen Beteiligung an Sicherheitsfragen sowie seine Rolle in den Ermittlungen. Der Anwalt deutete an, Cromwell könnte innerhalb der EOCO kaum mehr als ein "Bote" gewesen sein, dem eigenständige Urteilsfähigkeit in seiner Arbeit gefehlt habe.

Über diesen Prozess hinaus ist die EOCO in anderen großen Fällen aktiv. Im Dezember 2025 unterstützte die Behörde das FBI bei der Zerschlagung eines internationalen Betrügerrings unter der Führung von Abu Trica, der seit 2023 US-Bürger um über acht Millionen Dollar betrogen haben soll. An der Operation waren neben der EOCO auch der ghanaische Polizeidienst, die Cyber-Sicherheitsbehörde, die Narkotikabehörde NACOC und das Nationale Nachrichtendienstbüro beteiligt.

Richter Achibonga vertagte den aktuellen Prozess auf den 24. und 25. März 2026, um die Fortsetzung der Kreuzverhöre Adumuahs zu ermöglichen. Die Verteidigung erwartet mit besonderer Spannung Cromwells Aussage, die ihrer Meinung nach entweder die zentralen Vorwürfe gegen Adu-Boahene stützen oder entkräften könnte.

Im kommenden Jahr wird der Prozess mit Cromwells Zeugenaussage fortgesetzt, die eine entscheidende Rolle spielen dürfte. Seine Erklärungen zu den Ermittlungsmethoden der EOCO und seiner persönlichen Beteiligung könnten klärend wirken – sowohl für die Anklagepunkte als auch für die finanziellen und operativen Entscheidungen im Kern des Falls. Die Vertagung durch das Gericht ermöglicht eine weitere Prüfung der umstrittenen Finanzvorwürfe und der damit verbundenen Vorgänge.

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