26 March 2026, 12:01

Neuer Adlershofer Politischer Salon wagt Debatte über deutsch-russische Spannungen

Plakat für die Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug mit Textbeschreibung des Ereignisses.

Neuer Adlershofer Politischer Salon wagt Debatte über deutsch-russische Spannungen

Neue politische Diskussionsreihe: Der Adlershofer Politische Salon startet in Berlin mit Fokus auf deutsch-russische Beziehungen

In Berlin hat eine neue politische Gesprächsreihe unter dem Titel Adlershofer Politischer Salon ihren Auftakt gefeiert – im Mittelpunkt stehen die deutsch-russischen Beziehungen. Die Premiere im Theater Ost zog am Vorabend des 80. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus über 300 Besucher an. Auf dem Podium diskutierten der russische Botschafter Sergej Netschajew, die Historikerin Natalja Narochnizkaja, die Journalistin Daniela Dahn sowie der ehemalige Brigadegeneral Erich Vad.

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Der Salon positioniert sich als Alternative zu den gängigen, oft regierungsnahen Talkformaten. Die Organisatoren von Telepolis wollten bewusst einen Raum für vielfältige Perspektiven schaffen – doch die Besetzung der Gäste gestaltete sich schwierig. Einige potenzielle Teilnehmer lehnten ab, weil sie nicht gemeinsam mit dem russischen Botschafter auftreten wollten, andere zogen ihre Zusage zurück, nachdem sie keine Freigabe von ihren Vorgesetzten erhalten hatten.

Seit Januar versucht Telepolis vergeblich, ein Interview mit dem ukrainischen Botschafter zu vereinbaren – eine Antwort steht noch aus. Die Veranstaltung spiegelte einen größeren Trend wider: Seit 2021, verstärkt durch den Ukraine-Krieg und die Sanktionen, sind Einladungen an russische Diplomaten in deutschen politischen Foren deutlich zurückgegangen. Ein Kontrast zu den 1990er-Jahren, als solche Auftritte im Zuge der Nach-Wende-Normalisierung noch üblich waren.

Kritiker monierten, dass auf dem Podium kontroverse Standpunkte zu wenig vertreten waren, da sich die Teilnehmer in zentralen Fragen weitgehend einig zeigten. Dennoch betonten die Veranstalter ihr Ziel, einen offenen Dialog über umstrittene Themen zu fördern.

Der Adlershofer Politische Salon steht für einen neuen Versuch, komplexe geopolitische Debatten in Deutschland zu führen. Trotz großer Resonanz bleibt die Herausforderung, künftig eine ausgewogenere Besetzung zu gewährleisten. Die Reihe wird fortgesetzt – die Macher wollen in kommenden Veranstaltungen eine breitere Repräsentation erreichen.

Quelle