Neuer Gesetzentwurf soll indigene Völker Russlands vor Wehrpflicht schützen
Lina SeidelNeuer Gesetzentwurf soll indigene Völker Russlands vor Wehrpflicht schützen
In Russland ist ein neuer Gesetzentwurf eingebracht worden, der kleine indigene Gemeinschaften vor der Wehrpflicht schützen soll. Der Abgeordnete der Staatsduma, Fjodor Tumussow von der Partei „Gerechtes Russland“, brachte den Vorschlag am 30. April 2026 ein. Das Gesetz zielt darauf ab, den Rückgang dieser gefährdeten Gruppen zu verhindern, indem es Befreiungen vom obligatorischen Militärdienst ermöglicht.
Der unter der Nummer 1220160-8 geführte Entwurf konzentriert sich auf die zahlenmäßig kleinen indigenen Völker des russischen Nordens. Diese Gemeinschaften sind oft auf jeden arbeitsfähigen Mann für ihr Überleben angewiesen, weshalb der Militärdienst eine Existenzbedrohung darstellt. Sollten ihre Zahlen weiter sinken, warnen Experten vor einem möglichen Aussterben.
Nach dem vorgeschlagenen Gesetz könnten Mitglieder staatlich anerkannter indigener Gruppen offiziell einen Antrag auf Befreiung stellen. Ihnen stünde die Möglichkeit offen, stattdessen einen zivilen Ersatzdienst zu leisten. Dieser Ansatz orientiert sich an früheren Praktiken: Während des Großen Vaterländischen Krieges wurden die meisten indigenen Männer des Nordens nicht eingezogen.
Der Gesetzentwurf führt ein deklaratorisches Verfahren ein, das den Befreiungsprozess vereinfacht. Befürworter argumentieren, dass der Erhalt dieser Gemeinschaften von entscheidender Bedeutung ist, da ihr kulturelles und demografisches Überleben auf dem Spiel steht.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnten indigene Männer aus kleinen nördlichen Gruppen der Wehrpflicht oder Mobilmachung entgehen. Stattdessen hätten sie die Wahl zwischen einem zivilen Ersatzdienst oder einer vollständigen Befreiung. Die Maßnahme soll diese Gemeinschaften vor weiteren Bevölkerungsverlusten bewahren.






