08 May 2026, 08:30

Neues Mieterschutzgesetz in England: Diese Rechte haben Mieter jetzt – doch kaum einer kennt sie

Schwarzes und weißes Schild an einem Gebäude mit der Aufschrift "Bitte keine Verschmutzung, Verursacher werden verfolgt, keine Ablagerung".

Neues Mieterschutzgesetz in England: Diese Rechte haben Mieter jetzt – doch kaum einer kennt sie

Ein neues Gesetz bringt weitreichende Änderungen für Mieter und Vermieter in England. Der Mieterschutzgesetz (Renters’ Rights Act) führt strengere Regeln bei Kündigungen, Mietpreiserhöhungen und Mietvertragsarten ein. Doch Studien zeigen: Die meisten Mieter kennen ihre neuen Rechte nicht.

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Laut Gesetz müssen Vermieter ihren Mietern nun ein amtliches Informationsblatt aushändigen. Dieses erklärt die neuen Rechte, darunter das Verbot von „no-fault“-Kündigungen nach Paragraf 21. Eine Kündigung ist nur noch aus triftigen Gründen möglich – etwa bei Mietrückständen oder einem geplanten Verkauf der Immobilie.

Für bestehende schriftliche Mietverträge muss das Blatt bis zum 31. Mai 2026 übermittelt werden. Bei Neuverträgen, die vor dem 1. Mai abgeschlossen wurden, ist die offizielle PDF-Vorlage von der Regierungswebsite zu verwenden. Wer dies versäumt, riskiert Bußgelder von bis zu 7.000 Pfund pro Mietverhältnis.

Das Gesetz schafft zudem befristete Verträge ab und ersetzt sie durch unbefristete, periodisch verlängerbare Mietverhältnisse. Mieter können nun mit zweimonatiger Frist kündigen und gegen ungerechtfertigte Mieterhöhungen oder schlechte Wohnbedingungen Widerspruch einlegen – ohne Angst vor einer Kündigung. Dennoch wissen 78 Prozent der Mieter nicht, dass sie Mietpreiserhöhungen vor einem Gericht anfechten können.

Erste Zahlen deuten darauf hin, dass viele Vermieter die Vorgaben nicht einhalten. In den ersten vier Wochen wurde das Informationsblatt nur 153.000 Mal heruntergeladen – ein Warnsignal für mangelnde Kenntnis unter Immobilienbesitzern.

Der Mieterschutzgesetz stärkt zwar die Rechte der Mieter gegen willkürliche Kündigungen und überzogene Mietpreise. Doch solange die meisten Mieter ihre Ansprüche nicht kennen und viele Vermieter Fristen verpassen, könnte die Wirkung des Gesetzes begrenzt bleiben. Bei Versäumnissen drohen den Vermietern höhere Strafen, sollten sie die geforderten Unterlagen nicht rechtzeitig übermitteln.

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