Ontarios Minister verbietet politische Aussagen bei Schulabschlussfeiern
Mila VoigtOntarios Minister verbietet politische Aussagen bei Schulabschlussfeiern
Ontarios Bildungsminister ordnet politische Neutralität bei Abschlussfeiern an
Ontarios Bildungsminister Paul Calandra hat die Schulbehörden angewiesen, Abschlussfeiern strikt unpolitisch zu gestalten. Diese Vorgabe erfolgt nach Kritik an einem Rundschreiben des Hamilton-Wentworth District School Board (HWDSB), das "Leitprinzipien für Abschlussveranstaltungen" mit einem Fokus auf Antidiskriminierung vorstellte. Der Minister betont, dass solche Feiern im Mittelpunkt die Schüler:innen stehen müssten und frei von Spaltung sein sollten.
In dem Schreiben der Hamilton-Berhörde wurde hervorgehoben, dass die Planung der Feiern aus einer "antirassistischen, antikolonialen und diskriminierungskritischen Perspektive" erfolgen solle. Es enthielt Hinweise zu Land-Anerkennungen und bezeichnete Turtle Island – den indigenen Begriff für Nordamerika – als Möglichkeit, die traditionellen Gebiete der Haudenosaunee, Anishinaabe und anderer First Nations zu ehren. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass nicht alle Anwesenden bei der Nationalhymne aufstehen müssten.
Calandras Reaktion fiel deutlich aus. Er warnte davor, dass Abschlussfeiern keine politischen Aussagen, persönlichen Standpunkte oder Inhalte enthalten dürften, die von den Leistungen der Schüler:innen ablenken könnten. Bei Nichteinhaltung drohten, so der Minister, negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Jugendlichen und behördliche Eingriffe.
Die Anordnung des Ministers spiegelt die aktuellen Spannungen im kanadischen Bildungssystem wider. Während einige Schulbehörden indigene Perspektiven im Rahmen von Versöhnungsbemühungen integrieren, setzt Calandra auf Neutralität. Seine Vorgabe lässt keinen Interpretationsspielraum: Die Feiern müssen inklusiv, respektvoll und ausschließlich auf die Schüler:innen ausgerichtet sein.
Der Ansatz der Hamilton-Berhörde steht nun unter dem Prüfdruck der neuen Regeln. Die Schulbehörden müssen sicherstellen, dass Abschlussfeiern politische Inhalte vermeiden und gleichzeitig vielfältige Perspektiven würdigen. Calandras Warnung macht deutlich: Abweichungen könnten Konsequenzen nach sich ziehen.






