Orbán gibt Parlamentsmandat auf – bleibt aber Fidesz-Chef
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán wird sein Parlamentsmandat niederlegen, plant jedoch, weiterhin an der Spitze der Fidesz-Partei zu bleiben. Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Umstrukturierung der nationalen Bewegung der Partei. Sein Rückzug aus dem Parlament markiert einen strategischen Kurswechsel, auch wenn seine Führungsrolle vorerst unverändert bleibt.
Orbán steht seit fast 40 Jahren an der Spitze von Fidesz. Das Präsidium der Partei hat nun vorgeschlagen, dass er in seiner Funktion bleibt – vorbehaltlich der Bestätigung auf einem späteren Parteitag. Er selbst erklärte, er werde die Fortführung seiner Führung nicht ablehnen, falls die Mitglieder sie unterstützen.
Die Entscheidung, sein Mandat zurückzugeben, ergibt sich aus dem Bedarf, die Ausrichtung der Partei neu zu ordnen. Sein Sitz, den er ursprünglich über die gemeinsame Liste von Fidesz und der Christlich-Demokratischen Volkspartei (KDNP) gewonnen hatte, wird freigegeben, um eine neue Struktur innerhalb der Fraktion zu ermöglichen. Gergely Gulyás wurde als neuer Vorsitzender der Parlamentsgruppe benannt; die Änderungen treten am Montag in Kraft.
Für nächste Woche ist eine landesweite Parteiversammlung geplant. Der Parteitag, auf dem formal eine neue Führung gewählt werden soll, wurde jedoch auf Juni verschoben. Orbán hat wiederholt betont, dass Fidesz nach wie vor die geschlossenste und disziplinierteste politische Kraft Ungarns sei.
Orbáns Austritt aus dem Parlament wird in Kürze wirksam, während sich seine Partei auf interne Reformen vorbereitet. Der auf Juni verschobene Parteitag wird über seine langfristige Führung entscheiden. Bis dahin wird Fidesz mit einer umstrukturierten Parlamentsfraktion unter der Leitung von Gulyás agieren.






