Papst Leo XIV. fordert weltweites Ende der Todesstrafe – trotz US-Rekordzahlen
Emil LangePapst Leo XIV. fordert weltweites Ende der Todesstrafe – trotz US-Rekordzahlen
Papst Leo XIV. hat die Ablehnung der katholischen Kirche gegenüber der Todesstrafe erneuert. In einer kürzlichen Stellungnahme rief er zu weltweiten Anstrengungen auf, die Hinrichtungen abzuschaffen, und begründete dies mit ihrer Unvereinbarkeit mit der Menschenwürde. Seine Äußerungen erfolgen zu einer Zeit, in der die Zahl der Exekutionen in den USA weiterhin hoch bleibt: 2025 wurden 47 vollstreckt, für 2026 sind 32 geplant – davon acht bereits durchgeführt.
Der Papst betonte, dass die Menschenwürde selbst nach den schwersten Verbrechen bestehen bleibe. Er verwies auf den Katechismus der Katholischen Kirche, der die Todesstrafe als unzulässig erklärt, da sie die Unantastbarkeit des Menschen verletze. Die Lehre der Kirche besagt, dass alles Leben – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod – heilig und schützenswert sei.
Als Alternative führte er wirksame Haftsysteme an, die die Gesellschaft schützen und gleichzeitig Straftätern die Möglichkeit zur Läuterung bieten. Zudem erinnerte Papst Leo XIV. an frühere Aussagen von Papst Franziskus und seinen Vorgängern, die argumentiert hatten, dass die öffentliche Sicherheit auch ohne Hinrichtungen gewährleistet werden könne.
In seiner Ansprache lobte der Papst die Entscheidung des Bundesstaates Illinois aus dem Jahr 2011, die Todesstrafe abzuschaffen. Er sprach Aktivisten weltweit seine Unterstützung aus, die sich für deren Abschaffung einsetzen. Sein Appell folgt auf ein Jahr, in dem allein der Bundesstaat Florida 19 der 47 US-Hinrichtungen durchführte. Von den für 2026 geplanten 32 Exekutionen sind bereits acht vollzogen worden.
Aktuell behalten 27 US-Bundesstaaten die Todesstrafe bei, wobei in vier davon ein Moratorium deren Vollstreckung verhindert. Weitere 23 Staaten sowie der Bundesdistrikt Washington D.C. haben sie vollständig abgeschafft.
Der Aufruf des Papstes unterstreicht die langjährige Haltung der Kirche gegen die Todesstrafe. Angesichts der fortgesetzten Hinrichtungen in den USA gibt seine Stellungnahme den laufenden Debatten über deren Zukunft zusätzliche Gewicht. Gleichzeitig reiht sie sich in globale Bestrebungen ein, die Strafjustizsysteme zu reformieren.






