Paraíso Hills in Estepona: Bodensenkungen zerstören Häuser – Anwohner fühlen sich verraten
Mila VoigtParaíso Hills in Estepona: Bodensenkungen zerstören Häuser – Anwohner fühlen sich verraten
Bewohner der Wohnanlage Paraíso Hills in Estepona leiden seit Anfang 2024 unter schweren Bodensenkungen
In der Wohnsiedlung Paraíso Hills in Estepona klaffen mittlerweile tiefe Risse durch Gärten, in einigen Bereichen ist der Boden um mehr als einen Meter abgesackt und legt Fundamente frei. Verärgerte Hauseigentümer bezeichnen das Gelände inzwischen als "Kriegszone" und werfen Behörden sowie Verantwortlichen vor, sie im Stich zu lassen.
Die Probleme begannen bereits im vergangenen Jahr, als Anwohner erstmals tiefe Risse im gesamten Wohnkomplex entdeckten. Gärten sanken dramatisch ab, Fundamente traten zutage – und mit ihnen wuchsen die Sorgen um die statische Sicherheit der Gebäude. Trotz wiederholter Hilferufe schloss der örtliche Stadtrat das Verwaltungsverfahren gegen den Bauträger mit der Begründung, technische Gutachten hätten bestätigt, dass die bestehenden Maßnahmen zur Bodenstabilisierung ausreichten.
Die Verwaltung der Wohnanlage hat zwar vereinzelt Vor-Ort-Termine wahrgenommen, rät den Bewohnern jedoch, weitere sechs Monate abzuwarten, um zusätzliche Beweise zu sammeln, bevor man erneut gegen den Entwickler vorgehen könne. Die Eigentümer kritisieren diese Verzögerungstaktik als unzumutbar – ohne akute Lösungen verschärfe sich ihre Notlage nur. Viele werfen dem Bauunternehmen zudem vor, sich nie persönlich vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht zu haben.
Da die Behörden keine Abhilfe schaffen, haben sich die Anwohner nun an die Justiz gewandt. Anwälte bereiten zivilrechtliche Schadensersatzklagen vor und haben zusätzlich ein umstrittenes verwaltungsrechtliches Verfahren in Málaga eingeleitet. Bisher stehen jedoch keine Verhandlungstermine fest – die Familien harren in Unsicherheit aus, während ihre Häuser weiter gefährdet sind.
Die juristischen Schritte sind für die Bewohner von Paraíso Hills die letzte Hoffnung, doch der Prozess zieht sich quälend in die Länge. Während sie auf dringende Stabilisierungsmaßnahmen drängen, bleibt jede Unterstützung durch Behörden oder Bauträger aus. Die Situation spitzt sich weiter zu: Die Risse werden breiter, die Fundamente liegen blank – und die Zukunft der Anwohner bleibt ungewiss.






