28 March 2026, 16:01

Philologenverband kritisiert mangelnde Investitionen in Schulen trotz 500-Milliarden-Sondervermögen

Ein Plakat mit dem Titel "Mangel an Bildung: Der Teufelskreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift, das die Auswirkungen von schlechter Bildung zeigt.

Philologenverband kritisiert mangelnde Investitionen in Schulen trotz 500-Milliarden-Sondervermögen

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Verwendung des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens durch die Bundesländer im Jahr 2025 scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands floss zu wenig von diesem Geld in die Verbesserung der Schulen – obwohl die wachsenden Schulden von künftigen Generationen zurückbezahlt werden müssen. Die Philologen fordern nun eine abgestimmte Initiative, um die Bildungsausgaben in allen 16 Bundesländern vorrangig zu behandeln.

Der DPhV hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Sanierung und Modernisierung von Schulen bereitzustellen. Doch bis Ende 2025 war kein konkreter Betrag ausschließlich für neue Bildungsinvestitionen vorgesehen. Zwar plante der Bund 6,5 Milliarden Euro für Kitas und die digitale Bildung, und insgesamt waren fast 19 Milliarden Euro an Bundesinvestitionen eingeplant – diese waren jedoch nicht auf den Schulbereich beschränkt und wurden auch nicht gleichmäßig auf die Länder verteilt.

Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts bestätigten die Bedenken des DPhV: Ein Großteil der 2025 aufgenommenen Schulden diente nicht der Finanzierung zusätzlicher Investitionen. Stattdessen wurden bestehende Ausgaben einfach in das Sondervermögen verschoben, ohne dass es zu einem nennenswerten Anstieg der öffentlichen Investitionen kam. Auch der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro für die digitale Bildung vorsieht, wurde wegen struktureller Mängel und der unzureichenden Deckung des tatsächlichen Bedarfs kritisiert.

Die Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing wies auf die wachsende Belastung für junge Menschen hin, die zwar die Schulden tilgen müssten, aber kaum Verbesserungen an ihren Schulen erlebten. Gleichzeitig kämpfen die Kommunen weiterhin mit einem Sanierungsstau von 67,8 Milliarden Euro bei Schulinfrastrukturen – doch nur ein Bruchteil des Sondervermögens erreichte bisher den Bildungsbereich.

Der Appell des DPhV für ein gemeinsames Vorgehen kommt zu einer Zeit, in der die Investitionslücken im Bildungssektor weiterhin ungelöst sind. Da aus dem Sondervermögen keine klaren Mittelzuwächse für Schulen fließen, warnt der Verband davor, dass künftige Generationen nicht nur Schulden, sondern auch veraltete Schulgebäude erben werden. Die geplanten Bundesinvestitionen haben den langjährigen Sanierungsrückstau in den Schulimmobilien bisher nicht behoben.

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