19 March 2026, 14:01

Podcast-Werbung entzweit Journalisten: Steingarts Prostitutions-Vergleich löst Eklat aus

Alte Zeitungsvorderseite mit der Überschrift "The Illustrated Sporting and Dramatic News" mit einem ernst dreinblickenden Mann in einem weißen Anzug mit einem gemusterten Schultertuch.

Podcast-Werbung entzweit Journalisten: Steingarts Prostitutions-Vergleich löst Eklat aus

In deutschen Medienkreisen ist eine hitzige Debatte über Podcast-Werbung entbrannt. Der bekannte Journalist Gabor Steingart löste mit einem Vergleich von moderierten Werbeeinspielungen mit "Prostitution" eine Kontroverse aus. Seine Äußerungen führten zu einem öffentlichen Streit mit den Kollegen Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander, die in ihrem Podcast Machtwechsel genau dieses Werbeformat nutzen.

Auslöser des Konflikts war Steingarts Kritik an Medienhäusern und Journalisten, die redaktionelle Inhalte mit bezahlten Werbebotschaften vermischen. Sein Vorwurf: Bei host-read ads – also persönlichen Werbeempfehlungen der Moderatoren – verschwimme die Grenze zwischen Journalismus und Werbung. Damit richtete er sich direkt gegen Rosenfeld und Alexander, die in ihrem politischen Podcast solche Formate einsetzen.

Rosenfeld reagierte mit ihrem Rückzug von ihrer Kolumnistinnen-Tätigkeit bei The Pioneer, einem Medium mit Verbindungen zu Steingart. Sie fühlte sich durch den Vergleich mit "Prostitution" persönlich angegriffen. Ihr Co-Moderator Alexander konterte scharf und betonte, kein Geld der Welt könne seine "Anständigkeit und seinen Stil" korrumpieren.

Am Dienstag legte Steingart nach und forderte seine Kritiker auf, "Empörung" zu zeigen. Gleichzeitig verteidigte er seine Position als Teil einer umfassenderen Vision für Medienethik. Bereits zuvor hatte er zehn Thesen für eine "schönere Medienwelt" veröffentlicht, darunter das Konzept eines "ästhetischen Journalismus". Doch das von ihm kritisierte Format ist in der deutschen Podcast-Landschaft längst etabliert – viele Anbieter setzen auf host-read ads, um Glaubwürdigkeit mit kommerzieller Reichweite zu verbinden.

Weder Steingart noch seine Kritiker haben konkrete Beispiele anderer Medien genannt, die diese Methode vor dem Start von Machtwechsel nutzten. Auch der genaue zeitliche Ablauf der öffentlichen Auseinandersetzung bleibt unklar.

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Rosenfelds Rücktritt ist eine greifbare Folge des Streits. Steingarts Forderung nach ethischer Reform der Medien stößt auf Zustimmung wie Ablehnung. Im Kern geht es nun um die Frage: Untergraben moderierte Werbeeinspielungen die journalistische Integrität – oder sind sie schlicht ein modernes Werbephänomen?

Quelle