01 May 2026, 22:38

Québec plant "Clares Law" gegen häusliche Gewalt – was das neue Gesetz bringt

Plakat mit der Aufschrift "The Bipartisan Safer Communities Act" mit einer Grafik einer Person in einem blauen Hemd mit ausgebreiteten Armen, eingerahmt von einem schwarzen Rand auf einem weißen Hintergrund.

Québec plant "Clares Law" gegen häusliche Gewalt – was das neue Gesetz bringt

Québec führt Gesetz ein: Prüfen der Gewaltvergangenheit von Partnern möglich

Québec bereitet die Einführung eines Gesetzes vor, das es Menschen ermöglicht, die Vorgeschichte ihres Partners oder ihrer Partnerin in Bezug auf häusliche Gewalt zu überprüfen. Der Schritt erfolgt nach massivem Druck von Aktivisten, der sich nach einem kürzlichen, viel beachteten Mordfall noch verstärkt hatte. Ministerpräsidentin Christine Fréchette hatte das Vorhaben bereits während ihres Wahlkampfs im vergangenen Jahr angekündigt.

Der Gesetzentwurf orientiert sich an Clares Law (deutsch: „Clares Gesetz“) und soll aktuellen oder ehemaligen intimen Partnern ermöglichen, eine Hintergrundüberprüfung zu beantragen. Behördenvertreter betonen, dass die Maßnahme dazu beitragen soll, Risiken in Beziehungen frühzeitig zu erkennen – noch bevor es zu Gewalt kommt.

Die Forderung nach dem Gesetz gewann an Dringlichkeit, nachdem Gabie Renaud im April 2023 ermordet worden war. Ihr Partner hatte eine bekannte Vorgeschichte häuslicher Gewalt. Ein offener Brief, der das Gesetz unterstützte, verwies zudem auf acht Femizide in Québec allein bis April desselben Jahres.

Clares Law ist nach Clare Wood benannt, einer Britin, die 2009 von ihrem gewalttätigen Ex-Partner getötet wurde. Das Vereinigte Königreich führte das Gesetz 2014 ein; mehrere kanadische Provinzen – darunter Alberta, Saskatchewan, Manitoba und Neufundland und Labrador – zogen seitdem nach.

Der für innere Sicherheit zuständige Minister Ian Lafrenière arbeitet derzeit an der finalen Formulierung des Gesetzestextes. Die Regierung plant, den Entwurf in der anstehenden Legislaturperiode einzubringen, die am Dienstag beginnt und bis zu fünf Wochen vor der Sommerpause dauert.

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Sollte das Gesetz verabschiedet werden, können Betroffene offiziell Auskunft über mögliche Gewaltvorfälle in der Vergangenheit ihres Partners oder ihrer Partnerin anfordern. Die Behörden würden dann relevante Informationen offenlegen, sofern ein Risiko besteht. Befürworter argumentieren, dass dies künftige Tragödien verhindern könnte, indem es Menschen kritische Sicherheitsinformationen an die Hand gibt.

In den kommenden Wochen wird das Gesetz im Parlament debattiert. Bei einer Verabschiedung würde Québec den anderen Provinzen folgen, die Clares Law bereits eingeführt haben. Die Regierung erhofft sich von der Maßnahme klarere Warnsignale für Menschen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind.

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