Rechtsstreit um "König der Löwen"-Chor: Komponist klagt gegen Komiker
Hannah RichterRechtsstreit um "König der Löwen"-Chor: Komponist klagt gegen Komiker
Ein Rechtsstreit ist um die Übersetzung des ikonischen Eröffnungschors aus Der König der Löwen entbrannt. Der Komponist Lebohang Morake verklagt den Komiker Learnmore Jonasi, weil dieser die Liedzeilen auf Zulu und isiXhosa angeblich falsch wiedergegeben habe. Laut Klage habe Jonasis Version, die als Fakt präsentiert wurde, erheblichen Schaden angerichtet und die kulturelle Bedeutung des Songs herabgewürdigt.
Im Mittelpunkt des Falls steht Jonasis Übersetzung von Nants ingonyama bagithi Baba – offiziell von Disney mit "Lobt den König, wir alle verneigen uns vor dem König" wiedergegeben –, die er als "Schaut, da ist ein Löwe. Oh mein Gott" interpretierte. Morakes Klage wirft Jonasi vor, die Bedeutung des Chors bewusst verfälscht und dessen Tragweite untergraben zu haben. Die Anklageschrift argumentiert, dass die Äußerungen des Komikers, die sich in sozialen Medien rasant verbreiteten, nicht unter den Schutz des Ersten Verfassungszusatzes fallen sollten, da sie als autoritativ und nicht als humorvoll dargestellt wurden. Morake fordert über 20 Millionen US-Dollar Schadensersatz sowie weitere 7 Millionen US-Dollar Strafschadensersatz.
Jonasi, ein simbabwischer Komiker, der durch Auftritte bei America's Got Talent bekannt wurde, hatte Der König der Löwen bereits zuvor in seinen Programmen kritisiert. Sein Instagram-Post zum Rechtsstreit sorgte für enorme Aufmerksamkeit – mit über 3 Millionen Aufrufen und tausenden unterstützenden Kommentaren. Trotz der Kritik äußerte er kürzlich die Bereitschaft, mit Morake an einem Video über die tiefere Bedeutung des Liedes zusammenzuarbeiten.
Der Ausdruck Nants ingonyama bagithi Baba – allgemein als "Da kommt ein Löwe, Vater" verstanden – ist seit langem Teil von Morakes Werk, noch bevor die Debatte über dessen Ursprung öffentlich wurde. Allerdings gibt es keine offiziellen Unterlagen zu seiner ursprünglichen Interpretation, die vor diesem Streit veröffentlicht wurden.
Aktuell ist Jonasi weiterhin auf Tournee in den USA, während das Verfahren voranschreitet. Der Fall dreht sich um die Frage, ob Jonasis Übersetzung als Fakt und nicht als Komik präsentiert wurde. Sollte Morake Recht bekommen, könnte der Fall einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie über kulturelle Werke in der öffentlichen Diskussion gesprochen wird. Das Ergebnis könnte auch beeinflussen, wie Schadensersatz in Streitigkeiten über künstlerische Interpretationen bemessen wird.






