"Richi"-Meme spaltet Schweiz: Familie stoppt Kommerz mit Kultspruch
Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat eine Familienfehde über dessen kommerzielle Nutzung entfacht. Der Satz "Richi, i ha gseit, du söusch di guet häbe!" – ursprünglich 2010 von Hermann Schönbächler in einer Fernsehserie gesprochen – entwickelte sich zum kulturellen Phänomen und erreichte sogar die Schweizer Eishockeynationalmannschaft. Nun fordert seine Familie ein Ende der unerlaubten Vermarktung durch Merchandise-Artikel und Liedadaptionen und bezeichnet den Trend als respektlos.
Im Mittelpunkt der aktuellen Kontroverse steht der Influencer Zeki, dessen Comedy-Soundboxes die virale Zeile enthielten. Zwar hat er seine Produkte inzwischen angepasst, doch die Familie Schönbächler besteht darauf, dass die Kommerzialisierung des Memes vollständig gestoppt wird.
Berühmt wurde der Spruch 2010 in der SRF-Serie "Auf und davon", als Schönbächlers Figur die heute ikonische Zeile fallen ließ. Mit der Zeit avancierte sie zum beliebten Schweizer Meme und erreichte ihren Höhepunkt 2022 mit dem Partysong der Stubete Gäng – der auf Spotify 8 Millionen Streams und auf YouTube 3 Millionen Aufrufe verzeichnete. 2024 wurde der Spruch sogar zur offiziellen Torjubelhymne der Schweizer Eishockeynationalmannschaft.
Trotz der Popularität meldete sich die Familie Schönbächler kürzlich zu Wort und kritisierte die kommerzielle Ausbeutung ohne Zustimmung oder Entschädigung. Sie forderte Händler und Kreative auf, die unerlaubte Nutzung einzustellen. Große Schweizer Einzelhändler wie Galaxus und Brack haben entsprechende Merchandise-Artikel bereits aus dem Sortiment genommen.
Zeki, bekannt für seine Comedy-Soundboxes, hatte den "Richi"-Gag in älteren Modellen verwendet. Nach der öffentlichen Aufforderung der Familie bestätigte er, dass der Spruch in der neuen Version nicht mehr vorkommt. Reste seiner alten Soundboxes enthalten die Zeile jedoch noch. Zwar zeigt er sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Familie, doch diese macht klar: Eine weitere Nutzung des Zitats ist ohne ihre Genehmigung nicht gestattet.
Die Haltung der Familie Schönbächler setzt Unternehmen und Kreative, die vom Meme profitieren, unter Druck. Zekis Einhaltung der rechtlichen Vorgaben markiert einen Wandel, doch ältere Produkte bleiben im Umlauf. Vorerst bleibt die Forderung der Familie unmissverständlich: Respektiert ihre Privatsphäre und stellt die unerlaubte Kommerzialisierung der Worte ihres verstorbenen Angehörigen ein.






