"Right to Buy"-Reform verschärft Regeln für Sozialwohnungs-Käufer drastisch
Lina Seidel"Right to Buy"-Reform verschärft Regeln für Sozialwohnungs-Käufer drastisch
Die Regierung hat weitreichende Änderungen am "Right to Buy"-Programm angekündigt und die Bedingungen für den Kauf von Sozialwohnungen verschärft. Nach den neuen Plänen müssen Mieter künftig längere Wartezeiten in Kauf nehmen, erhalten geringere Rabatte und sehen sich strengeren Beschränkungen beim Kauf neu gebauter Wohnungen gegenüber. Die Reformen sollen den schwindenden Wohnungsbestand in England schützen, ohne das Programm vollständig abzuschaffen.
Das "Right to Buy"-Programm war 1980 unter Margaret Thatcher eingeführt worden und ermöglichte Mietern von Sozialwohnungen, ihre Wohnungen mit einem Nachlass zu erwerben. Seither wurden rund 2 Millionen Wohnungen über das Programm verkauft. Allerdings wurden nur 2 Prozent der verkauften Objekte ersetzt, was die Wohnungsnot weiter verschärft hat.
Künftig wird die Berechtigungsdauer von drei auf zehn Jahre verlängert. Zudem wird der Höchstrabatt auf entweder 15 Prozent des Wohnungswerts oder einen Festbetrag zwischen 16.000 und 38.000 Pfund – je nach Lage – gedeckelt. Neu gebaute Sozialwohnungen sollen für 35 Jahre vom Verkauf ausgenommen werden, um weitere Verluste zu verhindern.
Die Labour-Partei hat Forderungen nach einer vollständigen Abschaffung von "Right to Buy" zurückgewiesen und argumentiert, die Änderungen würden das Programm fairer gestalten. Kritiker werfen der Partei jedoch vor, die Wohnungskrise damit nicht wirksam zu bekämpfen. Der konservative Abgeordnete Sir James Cleverly warf Labour vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten, bis 2029 1,5 Millionen neue Wohnungen zu bauen – ein Ziel, das die Partei voraussichtlich verfehlen wird.
Reform-Sprecher für Finanzfragen, Robert Jenrick, ging noch weiter und behauptete, Labours Politik begünstige die Vergabe von Sozialwohnungen an Migranten statt an langjährige Einwohner. Die Regierung hat sich zu diesen Vorwürfen nicht direkt geäußert.
Die neuen Regeln erschweren es Mietern, ihre Sozialwohnungen schnell oder mit hohen Rabatten zu erwerben. Angesichts der geringen Zahl an Ersatzneubauten in den vergangenen Jahren zielen die Änderungen darauf ab, den bestehenden Wohnungsbestand zu erhalten. Politische Gegner halten die Reformen jedoch für unzureichend, um das grundsätzliche Problem des Mangels an bezahlbarem Wohnraum zu lösen.






