Robotaxi-Chaos in Wuhan: Über 100 autonome Fahrzeuge fallen gleichzeitig aus
Hannah RichterRobotaxi-Chaos in Wuhan: Über 100 autonome Fahrzeuge fallen gleichzeitig aus
Massive Störung bei Wuhans Robotaxi-Dienst im April
Anfang April kam es in Wuhan zu einer schweren Panne im Robotaxi-Betrieb, als über 100 fahrerlose Fahrzeuge während der Hauptverkehrszeit plötzlich stehen blieben. Der Vorfall hat die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit autonomer Autos in China erneut geschürt – nach ähnlichen Problemen in anderen Städten im vergangenen Jahr.
Durch den Ausfall saßen Fahrgäste stundenlang fest, einige riefen sogar die Polizei zu Hilfe. Baidu, das Unternehmen hinter dem Dienst Apollo Go, reagierte nicht auf Medienanfragen. Es war nicht der erste Rückschlag für selbstfahrende Taxis in China: 2023 stürzte ein Robotaxi in Chongqing in eine Baustelle, ein anderes geriet in Peking in Brand. Bei beiden Zwischenfällen gab es keine Todesopfer.
Das Industrieministerium reagierte mit der Anweisung an lokale Behörden, alle autonomen Fahrzeuge zu überprüfen und zu testen. Trotz dieser Vorfälle treibt China die Entwicklung des autonomen Fahrens als strategische Priorität voran – mit großzügigen Subventionen und gelockerten Vorschriften. Die moderne städtische Infrastruktur macht Städte wie Wuhan zu idealen Testgebieten, während ältere Viertel mit engen Gassen und unberechenbarem Verkehr für fahrerlose Systeme weiterhin eine Herausforderung darstellen.
Apollo Go, Baidus Robotaxi-Plattform, ist in 20 chinesischen Städten aktiv und hat sich bereits nach Dubai, Abu Dhabi und Seoul ausgeweitet; ein Markteintritt in London ist geplant. Der Dienst führt derzeit über 300.000 vollständig autonome Fahrten pro Woche durch.
Der Vorfall in Wuhan wirft erneut Fragen zur Zuverlässigkeit der Selbstfahrtechnologie in China auf. Zwar verschärfen die Behörden die Aufsicht, doch die Regierung bleibt ihrem Ziel verpflichtet, in diesem Sektor eine globale Führungsrolle einzunehmen.






