Roskosmos verlagert gesamte Angara-Raketenproduktion von Moskau nach Omsk
Lina SeidelRoskosmos verlagert gesamte Angara-Raketenproduktion von Moskau nach Omsk
Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos verlagert die gesamte Produktion ihrer Angara-Raketen von Moskau nach Omsk. Dies gab Dmitri Bakanow, der Leiter der Behörde, während einer Sitzung des Föderationsrats bekannt. Mit dem Umzug sollen die Kosten gesenkt und die Fertigung an einem Standort gebündelt werden.
Die Angara-Raketenfamilie basiert auf einem modularen Design und nutzt universelle Raketenmodule, die mit Flüssigsauerstoff- und Kerosin-Triebwerken ausgestattet sind. Die Raketen gibt es in verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Nutzlastkapazitäten. Bisher war das Chrunitschew-Staatsraumfahrtzentrum in Moskau für die komplexe Endmontage der gesamten Angara-Serie zuständig.
Das Werk Poljot in Omsk stellt bereits die erste und zweite Stufe der schweren Angara-A5-Version her. Nun wird die gesamte verbleibende Produktion dorthin verlegt – inklusive der bisher in Moskau angesiedelten Arbeitsabläufe. Zudem wird die Triebwerksfertigung von Chimki nach Perm verlagert.
Roskosmos hatte zuvor einen Vertrag zur Modernisierung der Anlagen der Produktionsvereinigung Poljot gekündigt. Dennoch treibt die Behörde die Verlegung voran, um die Abläufe zu straffen und die Ausgaben zu reduzieren. Durch die Umstrukturierung wird die Angara-Produktion künftig vollständig in Omsk konzentriert, während Moskau seine Rolle in der Montage verliert. Auch die Triebwerksherstellung wird nach Perm verlegt, womit die Konsolidierung abgeschlossen ist. Die Verantwortlichen erwarten durch die Änderungen eine direkte Kostensenkung.






