Russen eröffnen trotz Sanktionen immer mehr Konten in "freundlichen" Ländern
Mila VoigtRussen eröffnen trotz Sanktionen immer mehr Konten in "freundlichen" Ländern
Russische Steuerbürger eröffnen trotz Sanktionen und politischer Spannungen vermehrt Konten im Ausland
Neue Daten des Föderalen Steuerdienstes (FNS) zeigen einen stetigen Anstieg ausländischer Bankkonten russischer Steuerresidenten – mit einer deutlichen Verlagerung in neutrale und als "freundlich" eingestufte Länder. Der Trend spiegelt sowohl private als auch geschäftliche Aktivitäten außerhalb Russlands wider.
2024 besaßen fast 700.000 russische Steuerpflichtige Konten im Ausland, ein Anstieg gegenüber 539.100 im Vorjahr. Die Gesamtzahl der Konten überstieg die Marke von zwei Millionen – ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zu 2023. Parallel dazu stieg die Zahl der freiwillig gemeldeten Auslandsfinanzdaten um 31 Prozent pro Jahr.
Die letzten entsprechenden FNS-Zahlen wurden im Frühjahr 2024 veröffentlicht. Auffällig ist, dass es keine massenhaften Schließungen ausländischer Konten gab. Stattdessen bevorzugen russische Residenten zunehmend Jurisdiktionen wie Liechtenstein und Zypern, die als neutral oder "russlandfreundlich" gelten.
Liechtenstein hat sich seit den westlichen Sanktionen nach dem Ukraine-Krieg zu einem Zentrum für steuergünstige Treuhandkonstruktionen mit russischem Bezug entwickelt. Zypern bleibt hingegen ein traditioneller Standort für russische Steuervermeidung. Da der FNS mit vielen "unfreundlichen" Staaten keine Finanzdaten austauscht, verstärkt sich dieser Trend weiter.
Die Zahlen bestätigen, dass russische Steuerbürger ihre finanzielle Präsenz im Ausland kontinuierlich ausbauen. Mit fast zwei Millionen Konten in Ländern, die Finanzdaten automatisch weitergeben, bleibt die Vorliebe für neutrale oder "freundliche" Standorte ungebrochen. Der FNS hat bisher keine politischen Reaktionen auf diese Entwicklung angekündigt.






