Russische Wirtschaft zeigt erste Erholungszeichen nach Mehrwertsteuer-Schock
Hannah RichterRussische Wirtschaft zeigt erste Erholungszeichen nach Mehrwertsteuer-Schock
Russische Unternehmen standen im März unter starkem Druck, nachdem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in Kraft getreten war. Die Anhebung von 20 auf 22 Prozent trieb die Kosten in die Höhe und dämpfte die Nachfrage. Doch bereits im April zeichneten sich erste Anzeichen einer Erholung ab: Die Stimmung hellte sich auf, und der Inflationsdruck ließ nach.
Die Mehrwertsteuererhöhung im März hatte für Unternehmen ein schwieriges Umfeld geschaffen. Andrei Gluschkin, Vertreter des Verbandes Delowaja Rossija, bezeichnete den Monat als "Höhepunkt der Belastung". Viele Betriebe kämpften mit steigenden Beschaffungskosten und einer schwächeren Nachfrage.
Im April besserte sich die Lage allmählich. Der zusammengesetzte Geschäftsumfeld-Index stieg auf 46,2 Punkte – ein Plus von 2,4 Punkten gegenüber März. Der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung der Bedingungen meldeten, sank um 13,3 Prozentpunkte. Weniger Betriebe (44 Prozent im Vergleich zu 54,2 Prozent im März) sahen sich mit höheren Beschaffungskosten konfrontiert.
Auch der Preisdruck ließ nach: Der Anteil der Unternehmen, die ihre Preise erhöhten, ging von 23,4 Prozent im März auf 13,5 Prozent im April zurück. Die Nachfrage blieb uneinheitlich – während 29,2 Prozent der Firmen weitere Rückgänge verzeichneten, registrierten 14,6 Prozent eine leichte Belebung. Zudem verbesserten sich die individuellen Geschäftseinschätzungen und stiegen um 5,7 Punkte auf 37,9.
Die russische Zentralbank reagierte auf die veränderten Rahmenbedingungen: Am 24. April senkte die Bank von Russland ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 14,5 Prozent. Präsident Wladimir Putin hatte zuvor angedeutet, dass die Mehrwertsteuererhöhung möglicherweise nur vorübergehend sei.
Die April-Daten zeigen eine zwar ungleichmäßige, aber deutliche Erholung des Geschäftsklimas. Die Kostendruck hat nachgelassen, und weniger Unternehmen erhöhen ihre Preise. Allerdings bleibt die Nachfrage uneinheitlich – in einigen Branchen sind weiterhin Rückgänge zu verzeichnen.






