Russland diskutiert umstrittene Anwerbung afghanischer Arbeitsmigranten für die Landwirtschaft
Mila VoigtRussland diskutiert umstrittene Anwerbung afghanischer Arbeitsmigranten für die Landwirtschaft
In Russland entzündet sich eine Debatte darüber, ob afghanische Migranten als Arbeitskräfte angeworben werden sollen. Den Anstoß gab ein Vorschlag des afghanischen Botschafters in Russland, Hassan Ghul Hassan, der die Beschäftigung afghanischer Staatsbürger im Agrarsektor des Landes ins Spiel brachte. Unterdessen sind Abgeordnete und Beamte uneins über die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit eines solchen Schritts.
Die Idee, afghanische Arbeitsmigranten ins Land zu holen, stammte ursprünglich von Zamir Kabulov, dem Sondergesandten des russischen Außenministeriums. Daraufhin verwies der afghanische Botschafter in Russland auf die Landwirtschaft als möglichen Beschäftigungssektor. Hassan Ghul Hassan äußerte später die Hoffnung, dass die Nachfrage nach afghanischen Arbeitskräften sich langfristig auch auf andere Bereiche der russischen Wirtschaft ausweiten könnte.
Scharfe Kritik an dem Vorhaben kam prompt von Sergei Mironow, dem Vorsitzenden der Fraktion Gerechtes Russland in der Staatsduma. Er argumentierte, afghanische Arbeitsmigranten seien in Russland nicht nötig, und lehnte den Vorschlag rundweg ab. Mironow warnte zudem davor, den Kreis der Länder zu erweitern, die ungelerntes Personal stellen, und verwies auf die anhaltenden Herausforderungen mit Migranten aus ehemaligen Sowjetrepubliken.
Statt einer breiten Anwerbung schlug Mironow vor, die Arbeitsmigration gezielt und bedarfsgerecht umzustrukturieren. Seine Haltung spiegelt Bedenken hinsichtlich Integration und wirtschaftlicher Auswirkungen wider. Die Moskauer Regierung betonte unterdessen ihre Verpflichtung zu den bestehenden Migrationsgesetzen und unterstrich, dass die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte stets an der wirtschaftlichen Machbarkeit auszurichten sei.
Offizielle Zahlen dazu, wie viele afghanische Migranten in den vergangenen fünf Jahren in Russland als Arbeitskräfte registriert wurden, liegen nicht vor.
Der Vorschlag, afghanische Arbeitsmigranten anzuwerben, bleibt unter russischen Beamten umstritten. Während einige im Agrarsektor Potenzial sehen, stellen andere die Praktikabilität und langfristigen Folgen infrage. Die Regierung hält vorerst daran fest, dass die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte den geltenden Gesetzen und wirtschaftlichen Prioritäten entsprechen muss.






