Russland zwingt Beamte ab September zum Messenger Max – doch viele wehren sich
Lina SeidelRussland zwingt Beamte ab September zum Messenger Max – doch viele wehren sich
Russische Beamte müssen künftig den nationalen Messenger Max für dienstliche und öffentliche Kommunikation nutzen. Die Regelung tritt im September in Kraft und folgt auf die Freigabe der App durch Präsident Wladimir Putin im Juni 2025. Ausnahmen gelten nur für behördeninterne Systeme oder spezielle Fachbehörden.
Die neue Verpflichtung ist Teil umfassender Antikorruptionsreformen, die bereits im Februar vorgeschlagen wurden und nun auf eine zweite Lesung im Parlament warten. Bei Verabschiedung wird das Gesetz die bestehenden Vorschriften zum staatlichen Betrugsbekämpfungs-Informationssystem ändern.
Ab September 2025 muss Max zudem auf allen in Russland verkauften elektronischen Geräten vorinstalliert sein. Staatliche Dienstleistungen und Institutionen sollen schrittweise auf die Plattform umsteigen.
Doch die Umsetzung stockt: Einige Beamte sollen laut dem Telegram-Kanal Faridaily der Journalistin Farida Rustamowa separate SIM-Karten oder Handys besorgt haben, um die Nutzung der App zu umgehen. Ein Insider aus dem Ministerium für digitale Entwicklung deutete an, dass unklare Sanktionen bei Verstößen die Akzeptanz weiter verzögern könnten.
German Klimenko, Leiter des Fonds für die Entwicklung der digitalen Wirtschaft, zeigt sich dennoch zuversichtlich. Er schätzt, dass bis zu 90 Prozent der Beamten problemlos zu Max wechseln werden.
Das Gesetz setzt Max ab September als primäres Kommunikationsmittel für russische Behörden durch. Zwar gibt es Ausnahmen für bestimmte Regierungssysteme, doch das Ziel ist eine Zentralisierung der behördlichen Kommunikation. Der Erfolg der Einführung könnte von klareren Durchsetzungsregeln und Strafen für Widerständler abhängen.






