13 April 2026, 14:40

Russlands Gerichte ahnden "Putin-Beleidigung" mit willkürlichen Strafen bis 2.850 Euro

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon, wahrscheinlich zum Verbot der Nutzung von Außenminister Sergej Lawrow durch das Oberste Gericht.

Russlands Gerichte ahnden "Putin-Beleidigung" mit willkürlichen Strafen bis 2.850 Euro

Russische Gerichte haben seit 2019 mindestens 391 Fälle von "online geäußerter Missachtung" gegenüber Präsident Wladimir Putin verhandelt. Die Strafen für solche Verstöße fallen sehr unterschiedlich aus – die Geldbußen reichen von etwa 55 bis über 2.800 Euro. Betroffen sind unter anderem Studierende, Kleinunternehmer und sogar Schulangestellte.

Die Welle der Repressionen begann 2019, als ein Mann rund 340 Euro Strafe zahlen musste, weil er Putin als "Idioten" bezeichnet hatte. Seither haben sich die Fälle auf ein breites Spektrum an Online-Verhalten ausgeweitet. Eine Frau auf der annektierten Krim wurde mit 340 Euro bestraft, nachdem sie ein bearbeitetes Simpsons-Video geteilt hatte, das sich über den Präsidenten lustig machte. Ein weiterer Fall betraf einen Hersteller von Angelködern mit nur 15 Followern auf Telegram, der denselben Betrag für beleidigende Äußerungen über Putin zahlen musste.

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Ein Student auf der Krim wurde mit etwa 570 Euro belegt, nachdem er in einer zufälligen Chatroulette-Session eine beiläufige Bemerkung gemacht hatte. Eine Schulhaushälterin in Stavropol erhielt eine ähnliche Strafe, nachdem eine Kollegin ihre privaten Nachrichten an die Polizei weitergeleitet hatte. Einige Personen mussten sogar härtere Konsequenzen hinnehmen, darunter zehn Tage Arrest für Graffiti oder öffentliche Beleidigungen gegen Putin.

Die Höhe der Geldstrafen hing oft von der gewählten Formulierung ab. Wer Putin als "Dieb" oder "Mörder" bezeichnete, musste mit den höchsten Strafen rechnen – bis zu 2.850 Euro. Die meisten Bußgelder lagen jedoch zwischen 340 und 570 Euro.

Mindestens 379 Menschen wurden aufgrund dieser Gesetze bestraft, wobei die Fälle von harmlosen Social-Media-Posts bis hin zu öffentlichen Protestäußerungen reichen. Die Strafen zeigen, wie riskant es ist, Putin zu kritisieren – selbst in lockeren oder privaten Gesprächen. Die Gerichte setzen die Maßnahmen weiterhin durch und treffen damit einen breiten Querschnitt der russischen Gesellschaft.

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