Russlands Geschwindigkeits-Toleranz bleibt umstritten – warum die 20-km/h-Regel erhalten bleibt
Lina SeidelRusslands Geschwindigkeits-Toleranz bleibt umstritten – warum die 20-km/h-Regel erhalten bleibt
Die langjährige Debatte über die Geschwindigkeits-Toleranz in Russland ist erneut aufgeflammt. Aktuell drohen Autofahrern keine Strafen, wenn sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit um bis zu 20 km/h überschreiten. Doch Forderungen nach einer Verschärfung der Regeln stoßen auf starken Widerstand von Abgeordneten und Behörden.
Den jüngsten Vorstoß zur Reduzierung des Toleranzbereichs unternahm Michail Kislyk, Leiter des Moskauer Verkehrslenkungszentrums (TsODD). Er schlug vor, die Spanne auf nur noch 2–3 km/h zu senken, mit der Begründung, dies würde die Verkehrssicherheit erhöhen. Seine Behörde unterstützt die Idee einer strengeren Kontrolle.
Das Verkehrsministerium lehnte den Vorschlag jedoch ab. Beamte bestätigten, dass keine offiziellen Anträge zur Änderung der aktuellen 20-km/h-Grenze vorlägen. Das Ministerium bleibt gegen eine Herabsetzung der Toleranz.
Im Herbst 2024 hatte Dumasprecher Wjatscheslaw Wolodin klar gemacht, dass die Mehrheit der Abgeordneten eine solche Änderung nicht mittragen würde. Er erklärte, eine überwältigende Mehrheit der Parlamentarier lehne eine Anpassung der Geschwindigkeits-Toleranz ab. Das Thema war bereits mehrfach aufgetaucht, fand im Parlament aber bisher keine Unterstützung.
Vorerst bleibt es bei der 20-km/h-Toleranz. Verkehrsministerium und die meisten Abgeordneten blockieren weiterhin jede Reduzierung. Ohne formelle Initiativen oder politische Rückendeckung dürften sich die aktuellen Regeln so schnell nicht ändern.






