Russlands Rubel steigt nach angepassten Devisenkäufen des Finanzministeriums
Lina SeidelRusslands Rubel steigt nach angepassten Devisenkäufen des Finanzministeriums
Russlands Finanzministerium (Minfin) hat seine Pläne für den Devisenkauf im Mai und Anfang Juni angepasst. Der Schritt folgt auf geringere als erwartete Einnahmen aus Nicht-Öl- und Gasquellen in den letzten Monaten. Diese Änderungen haben bereits den Wechselkurs des Rubels beeinflusst und zu einer leichten Aufwertung gegenüber dem Dollar geführt.
Im März verfehlte das Minfin seine Einnahmeziele und erzielte 234,3 Milliarden Rubel weniger als geplant aus Nicht-Öl- und Gas-Einnahmen. Im April verringerte sich das Defizit, wobei die Mehreinnahmen nur 21 Milliarden Rubel erreichten. Analysten hatten deutlich höhere Devisenkäufe – zwischen 300 und 500 Milliarden Rubel – erwartet, doch das tatsächliche Volumen fällt weit kleiner aus.
Vom 8. Mai bis zum 4. Juni wird das Minfin Devisen im Wert von 110,3 Milliarden Rubel erwerben. Die täglichen Transaktionen belaufen sich auf 5,8 Milliarden Rubel. Gleichzeitig wird die Russische Zentralbank (CBR) täglich Devisen im Wert von 4,62 Milliarden Rubel verkaufen. Das reduzierte Kaufvolumen hat den Rubel bereits um über 1 % steigen lassen und ihn auf 74,5–74,9 Rubel pro Dollar gebracht, nachdem die Erwartung größerer Käufe ihn zuvor auf 75,5–76 Rubel hatte fallen lassen.
Trotz der jüngsten Schwankungen bleibt die Prognose des Minfin für den Rubel stabil. Im zweiten Quartal 2026 wird der Wechselkurs voraussichtlich bei 78 Rubel pro Dollar liegen. Bis Ende nächsten Jahres rechnen die Schätzungen mit einem Kurs zwischen 82 und 84 Rubel. Das Ministerium betonte zudem, dass die Nettodevisennachfrage im Mai minimal ausfallen werde.
Der Rubel hat sich erholt, nachdem das Minfin seine Devisenkäufe zurückgeschraubt hat. Die täglichen Transaktionen werden bis Anfang Juni in festgelegten Höhen fortgesetzt, wobei sowohl das Minfin als auch die Zentralbank aktiv am Markt agieren. Die langfristige Perspektive für den Rubelwert bleibt jedoch unverändert – eine schrittweise Abwertung wird bis 2026 weiterhin erwartet.






