Russlands Schuldenkrise: 12 Millionen Überschuldete – wer ist besonders betroffen?
Hannah RichterRusslands Schuldenkrise: 12 Millionen Überschuldete – wer ist besonders betroffen?
Russlands Schuldenkrise: Über 12 Millionen Überschuldete – das typische Profil
Die Zahl der Überschuldeten in Russland hat sich in den vergangenen fünf Jahren dramatisch erhöht: von etwa fünf Millionen im Jahr 2021 auf über zwölf Millionen bis 2025. Dmitri Aristow, der Leiter des Föderalen Dienstes für Gerichtsvollzieher (FSSP), hat nun das typische Profil der Menschen skizziert, die landesweit mit Schulden kämpfen.
Laut Aristow ist der durchschnittliche Schuldner in Russland ein Mann zwischen 30 und 45 Jahren. Er verfügt in der Regel weder über einen stabilen Wohnsitz noch über ein gesichertes Einkommen oder ein eigenes Auto. Viele besitzen zudem keinen Reisepass, der für Auslandsreisen gültig ist.
Die meisten säumigen Kreditnehmer haben nur eine einzige Einnahmequelle, um ihre Schulden zu bedienen. Trotz finanzieller Engpässe halten sie oft kleine Beträge auf Bankkonten vor oder sind auf unregelmäßige Einkünfte angewiesen. Häufig haben sie ein Kind und nutzen regelmäßig mobile Dienstleistungen wie Banking-Apps oder digitale Bezahlsysteme.
Der starke Anstieg der Überschuldeten seit 2021 steht in Zusammenhang mit wirtschaftlichen Belastungen, darunter internationale Sanktionen, eine galoppierende Inflation und gestiegene Zinsen. Die rückläufige Konsumnachfrage hat die Haushaltsfinanzen zusätzlich belastet. Besonders problematisch erweisen sich dabei Mikrofinanzinstitute, die für bereits verschuldete Personen oft zur finanziellen Falle werden.
Seit 2021 haben sich die finanziellen Schwierigkeiten vieler Russen weiter verschärft – mittlerweile gelten über zwölf Millionen Menschen als überschuldet. Der typische Kreditnehmer sieht sich mit begrenzten Mitteln, unsicheren Einkommen und kaum Vermögenswerten konfrontiert – Faktoren, die eine Erholung unter den aktuellen Wirtschaftsbedingungen zusätzlich erschweren.






