Russlands Weizenboom 2024: Rekordernte trifft auf sinkende Gewinne im Ackerbau
Hannah RichterRusslands Weizenboom 2024: Rekordernte trifft auf sinkende Gewinne im Ackerbau
Russland hat seine Position als weltweit führender Weizenexporteur gefestigt – mit Rekordernten und einer starken Nachfrage wichtiger Abnehmer. Doch trotz dieses Erfolgs wird sich die Rentabilität im Ackerbau 2024 voraussichtlich verschlechtern, bedingt durch steigende Kosten und Marktdruck. Analysten warnen, dass höhere Erträge allein nicht ausreichen dürften, um das Wachstum zu stützen.
2023 erntete Russland 92,8 Millionen Tonnen Weizen; für 2024 werden 93 Millionen Tonnen prognostiziert. Auch bei Gerste und Mais stiegen die Erträge: Gerste lag 2023 bei 21,1 Millionen Tonnen, Mais bei 16,6 Millionen Tonnen – beide Werte sollen 2024 weiter klettern. Die gesamte Getreideernte könnte damit auf 146 bis 148 Millionen Tonnen steigen und die Vorjahreswerte übertreffen.
Die Exportmengen bleiben robust, mit Ägypten und der Türkei als größten Abnehmern. Aktuelle Prognosen – etwa die nach oben korrigierte Schätzung des Analysehauses Sovecon für Weizenexporte bis März 2026 – deuten auf einen weiterhin expansiven Handel hin, trotz Qualitätsbedenken und Konkurrenz durch EU-Getreide. Dennoch wird die Rentabilität im Ackerbau voraussichtlich von 27,3 % im Jahr 2023 auf bis zu 20 % in 2024 sinken.
Hinter dem Gewinnrückgang stehen höhere Lohnkosten, gestiegene Preise für Dieselkraftstoff und Saatgut. Zwar wächst Russlands Anteil am globalen Getreidemarkt weiter, doch diese finanziellen Belastungen überwiegen die Vorteile der gestiegenen Exporte. Die Gesamtrentabilität in der Landwirtschaft ist bereits von 20,3 % im Jahr 2022 auf 18,9 % im Jahr 2023 gesunken – ein Zeichen für die branchenweiten Herausforderungen.
Russlands Dominanz in der Getreideproduktion und beim Export wächst zwar weiter, mit Rekordernten für 2024 in Aussicht. Doch die steigenden Betriebskosten bedrohen die Gewinne im Ackerbau zusätzlich. Experten prognostizieren, dass sich die finanzielle Lage des Sektors ohne Entlastung bei den Kosten trotz starker Marktnachfrage weiter verschärfen wird.






