Savitribai Phule: Wie Indiens erste Lehrerin die Bildung revolutionierte
Hannah RichterSavitribai Phule: Wie Indiens erste Lehrerin die Bildung revolutionierte
Savitribai Phule schrieb Geschichte als Indiens erste Lehrerin und unermüdliche Kämpferin für Bildung. In einer Gesellschaft, die Mädchen den Schulbesuch verweigerte, gründete sie 1848 die erste Mädchenschule des Landes. Ihr Wirken stellte tief verwurzelte Ungleichheiten infrage und legte den Grundstein für spätere Reformen.
Phules eigene Kindheit war von Ausgrenzung geprägt. Mit nur neun Jahren zur Heirat gezwungen, wurde ihr wie vielen Mädchen ihrer Zeit eine Ausbildung verwehrt. Doch mit der Unterstützung ihres Mannes, Jyotirao Phule, durchbrach sie diese Barrieren: Sie ließ sich zur Lehrerin ausbilden und eröffnete in Pune eine Schule für Mädchen.
Ihr Engagement ging bald darüber hinaus. Gemeinsam gründeten sie 18 Schulen für Kinder aus marginalisierten Gemeinschaften, darunter Angehörige niederer Kasten und die sogenannten "Unberührbaren". Über die Bildung hinaus richteten sie Zufluchtsstätten für Witwen und Überlebende sexualisierter Gewalt ein – Orte des Schutzes und der Unterstützung.
Phule war überzeugt, dass Bildung die Gesellschaft verändern könne. Sie argumentierte, dass die Ausbildung junger Frauen sie befähigen würde, Ungerechtigkeiten wie Kinderehen zu bekämpfen. Ihre Schulen boten zudem medizinische Versorgung und setzten sich gegen Mangelernährung ein – ein Ansatz, den die indische Regierung über ein Jahrhundert später übernahm.
Ihr Einsatz forderte einen hohen persönlichen Preis. 1897 steckte sie sich bei der Pflege von Pestkranken mit der Beulenpest an. Am 10. März erlag sie der Krankheit – doch ihr Erbe als Aktivistin und Reformerin lebt weiter.
Phules Wirken prägte Bildung und soziale Gerechtigkeit in Indien nachhaltig. Ihre Schulen und Schutzräume eröffneten denen Chancen, die lange von der Gesellschaft ausgeschlossen waren. Noch heute ist ihr Werk ein Grundpfeiler im Kampf für Gleichberechtigung und Bildung für alle.






