Scharfe Kritik an Kürzungsplänen für Krankenkassen-Zuschüsse bis 2027
Ein neuer Bericht übt scharfe Kritik an den Plänen zur Kürzung der Bundeszuschüsse für die gesetzlichen Krankenkassen. Die vom Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vorangetriebene Reduzierung würde die jährlichen Zahlungen von 14,5 Milliarden Euro auf 12,5 Milliarden Euro bis 2027 sinken lassen. Kritiker monieren, der Schritt sei nicht hinreichend begründet und berge die Gefahr, die Beitragsstabilität für Versicherte zu gefährden.
Der vom Rechnungshofmitglieds Oliver Sievers in Auftrag gegebene Bericht bezeichnet die geplanten Kürzungen als „willkürlich“ und ohne erkennbaren Bezug zu den tatsächlichen Kostenentwicklungen. Er warnt, dass die Haushaltskonsolidierung nach diesem Plan die finanzielle Last auf die Versicherten abwälzen würde – im Widerspruch zum erklärten Regierungsziel, die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten.
Bundesgesundheitsministerin Warken hatte sich zunächst gegen die Aufnahme der Subventionskürzung in ihr Sparpaket gesperrt. Erst auf Druck des Finanzministeriums stimmte sie zu. Die betroffenen Mittel finanzieren unter anderem nicht versicherungsbezogene Leistungen wie die beitragsfreie Familienversicherung für Kinder.
Zwar plant die Regierung, einen Teil der Verluste auszugleichen, indem sie die Zahlungen an die Krankenkassen für die Versorgung von Grundsicherungsempfängern schrittweise erhöht – bis 2031 um jährlich zwei Milliarden Euro. Doch der Bundesrechnungshof hält dies für keine vollständige Kompensation der gekürzten Zuschüsse. Bis 2031 summiert sich die Kürzung auf insgesamt 4,75 Milliarden Euro.
Ansgar Heveling, der sowohl CDU-Abgeordneter als auch Präsident des Bundesrechnungshofs ist, hat sich bisher nicht separat zu dem Thema geäußert.
Die Ergebnisse des Berichts verdeutlichen einen möglichen Zielkonflikt zwischen Haushaltskonsolidierung und bezahlbarer Gesundheitsversorgung. Sollte die Subventionskürzung umgesetzt werden, träte sie 2027 in Kraft – mit langfristigen finanziellen Folgen für Krankenkassen und Versicherte alike. Die Kritik des Rechnungshofs erhöht den Druck auf die Minister, den Plan zu überdenken.






