Schulgewalt in Deutschland: Debatte über Ursachen und Lösungen entbrannt
Lina SeidelSchulgewalt in Deutschland: Debatte über Ursachen und Lösungen entbrannt
In Deutschland ist eine hitzige Debatte über steigende Gewalt und Mobbing an Schulen entbrannt. Das Thema rückte in den Fokus, nachdem die rechtspopulistische AfD in zwei Anträgen eine strengere Erfassung von Schulgewalt gefordert hatte. Gleichzeitig zeigen neue Zahlen einen deutlichen Anstieg polizeilich erfasster Vorfälle – darunter Messerangriffe und Cybermobbing.
Die AfD-Anträge verwiesen auf konkrete Fälle von Messerbedrohungen, religiösem Zwang und gewalttätigen Übergriffen in Schulen. Parteivertreter, darunter die stellvertretende Vorsitzende Beatrix von Storch, brachten den Anstieg der Gewalt mit Migration in Verbindung und sprachen von einem "massiven Problem". Die Polizeistatistiken bestätigen die Zunahme der Unruhen: Die erfassten Gewaltdelikte an Schulen stiegen von 20.979 im Jahr 2022 auf 28.760 im Jahr 2024, wobei allein im vergangenen Jahr 743 Messerangriffe registriert wurden.
Saskia Esken, SPD-Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, erkannte zwar die Zunahme der Gewalt an, wies jedoch jeden Zusammenhang mit Migration zurück. Stattdessen machte sie ein mangelndes Konfliktlösungsvermögen bei Jugendlichen für die Entwicklung verantwortlich. Esken verwies zudem auf Cybermobbing, von dem mittlerweile fast jeder fünfte Schüler in Deutschland betroffen ist. Die AfD warf ihr vor, die Schwere des Problems zu verharmlosen.
Nach der Debatte wurden beide Anträge zur weiteren Prüfung an die zuständigen Fachausschüsse überwiesen.
Der Streit spiegelt tiefe Gräben bei der Ursachensuche für Schulgewalt in Deutschland wider. Angesichts der kontinuierlich steigenden Fallzahlen werden die Abgeordneten nun Vorschläge für eine bessere Erfassung und Präventionsmaßnahmen prüfen. Die Ergebnisse könnten künftige Politiken in den Bereichen Schulsicherheit und Schülerschutz maßgeblich beeinflussen.






