Schwarze Künstler aus Portugal kämpfen mit Plattformen gegen Rassismus und für Sichtbarkeit
Mila VoigtSchwarze Künstler aus Portugal kämpfen mit Plattformen gegen Rassismus und für Sichtbarkeit
Zwei schwarze portugiesische Schöpfer schaffen Plattformen für marginalisierte Stimmen und gegen Rassismus
José Rui Rosário und Justino Sacalumbo, zwei schwarze Künstler aus Portugal, haben mit ihren Projekten Räume geschaffen, um unterrepräsentierte Perspektiven zu verstärken und rassistische Strukturen herauszufordern. Bei einer kürzlichen Live-Diskussion in Lissabon berichteten sie, wie ihre Initiativen – O Lado Negro da Força ("Die dunkle Seite der Macht") und der Podcast O Despertador ("Der Wecker") – seit 2020 gewachsen sind. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Sichtbarkeit, soziale Gerechtigkeit und die Kraft persönlicher Erzählungen.
Die Veranstaltung in der Casa Capitão am 21. März stand unter dem Motto "Das Schweigen brechen, dem Lärm begegnen und den eigenen Standort einnehmen" und widmete sich der Rückeroberung von Erzählungen. Beide Referenten sprachen über ihre Wege und die Wirkung ihrer Plattformen. José Rui Rosário ist Mitbegründer von O Lado Negro da Força, einem Safe Space für Schwarze Portugiesen, Migrant:innen und rassifizierte Menschen, sowie der antirassistischen Initiative Kilombo.
Aufgewachsen in einem Haushalt, in dem seine Mutter ausschließlich Kapverdisches Kreolisch sprach, erlebte er Sprache als Kampf und zugleich als Akt des Widerstands. Heute beschreibt er das offene Sprechen über Rassismus als langfristigen Prozess – eher ein Marathon als ein Sprint. Seine Hoffnung ruht auf den kommenden Generationen, darunter auch seinen eigenen Kindern, die den Kampf für Veränderung weiterführen werden.
Justino Sacalumbos Podcast O Despertador beleuchtet Fragen und Perspektiven, die in der öffentlichen Debatte oft ignoriert werden. Stolz trägt er seinen afrikanischen Akzent als Ausdruck seiner Identität und Kultur – eine Haltung, die er erst entwickelte, nachdem er einen Job verlassen hatte, in dem man ihn drängte, seine angolanische Aussprache zu unterdrücken. Beide Schöpfer sind sich einig: Das Bewusstsein für geteilte Erfahrungen kann lebensverändernd, ja sogar lebensrettend sein.
Die Veranstaltung zeigte, wie Erzählungen Leben verändern und Solidarität stiften können. Die Projekte von José Rui und Justino geben jenen eine Stimme, die sonst an den Rand gedrängt werden. Ihre Arbeit setzt sich unermüdlich für mehr Sichtbarkeit und Gerechtigkeit in den schwarzen Communities Portugals ein.






