Schweiz plant Drittstaaten-Lösung für abgelehnte eritreische Asylbewerber
Mila VoigtSchweiz plant Drittstaaten-Lösung für abgelehnte eritreische Asylbewerber
Schweizer Parlamentarier haben über einen neuen Vorschlag debattiert, wie mit abgelehnten eritreischen Asylbewerbern umgegangen werden soll. Der Plan sieht vor, sie vor der Abschiebung in ein Drittland zu bringen. Dies folgt auf jahrelange gescheiterte Versuche, Rückführungen effizienter zu gestalten.
Die Idee stammt von Petra Gössi, FDP-Nationalrätin aus Schwyz, und richtet sich ausschließlich an eritreische Staatsbürger, deren Asylanträge in der Schweiz abgelehnt wurden. Der Vorschlag gewann an Bedeutung, nachdem die Europäische Union am Donnerstag das Konzept von "Rückkehr-Drehscheiben" unterstützt hatte. Diese Zentren würden Abschiebungen über Drittstaaten ermöglichen. Allerdings erschwert Eritreas Weigerung, Zwangsrückführungen anzunehmen, das Vorgehen für alle europäischen Länder.
Die Schweiz hatte bereits 2002 ein ähnliches Transrabbit mit dem Senegal ausgehandelt, das jedoch nie umgesetzt wurde. 2023 scheiterte ein Vorstoß des Ständerats knapp im Nationalrat. Gegner – darunter linke Parteien, der Bundesrat und Teile der Mitte – argumentierten, das Vorhaben sei teuer und unwirksam.
Der damalige Justizminister Beat Jans behauptete, die Lage habe sich seit dem gescheiterten Versuch von 2002 verändert. Er deutete an, neue Rahmenbedingungen könnten ein Transrabbit machbar machen. Als mögliche Partner für Drittstaaten wurden Ruanda und Albanien genannt.
Anfang dieses Jahres genehmigte die Schweiz ein solches Transitabkommen – allerdings ausschließlich für eritreische Staatsbürger. Der Bundesrat erhielt den Auftrag, ein bereitwilliges Drittland zu finden, das abgelehnte Asylbewerber vorübergehend aufnehmen könnte. Bisher gibt es jedoch keine bestätigten offiziellen Abkommen mit der EU oder ihren Mitgliedstaaten.
Der Vorschlag geht nun mit begrenztem Anwendungsbereich voran und konzentriert sich allein auf eritreische Asylsuchende. Sollte er erfolgreich sein, könnte er einen Präzedenzfall für die Behandlung abgelehnter Asylbewerber über Drittstaaten schaffen. Der nächste Schritt hängt davon ab, ob sich ein Partnerland auf die Bedingungen einlässt.






