21 March 2026, 20:02

Schweizer Armee will Rentner reaktivieren – doch wie genau?

Cartoon von Männern in Militäruniformen, die eine Straße entlangmarschieren, einige halten Waffen, mit Text unten: "Zusätzliche Miliz, stellt sich für zwanzig-tägiges Vergnügen ein."

Schweizer Armee will Rentner reaktivieren – doch wie genau?

Das Schweizer Parlament hat einen Plan verabschiedet, mit dem ehemalige Soldaten auf freiwilliger Basis wieder in den Militärdienst zurückgeholt werden sollen. Die im März 2026 von beiden Kammern beschlossene Vorlage überlässt es nun dem Bundesrat, ein umsetzbares Reintegrationskonzept auszuarbeiten. Bisher hat die Schweizer Armee jedoch nur wenige konkrete Details bekannt gegeben, wie die Umsetzung aussehen soll.

Unterdessen tourt der Komiker Simon Enzler – bekannt für seinen scharfen politischen Humor und seinen Appenzeller Dialekt – mit seinem elften Bühnenprogramm Brenzlig (Hochspannung) durchs Land. Sein Durchbruch gelang ihm 2007 mit dem Gewinn des renommierten Salzburger Stiers, doch heute findet seine Satire frischen Stoff in den sich wandelnden Verteidigungsstrategien der Schweiz.

Der Vorschlag, pensionierte Soldaten wieder einzubinden, hat eine breitere Debatte über ungenutzte Potenziale unter zivilen Rentnern ausgelöst. Kritiker monieren, der Plan sei zu eng gefasst und vernachlässige andere Fähigkeiten, die die Landesverteidigung stärken könnten. Die Vorschläge reichen vom Praktischen bis zum Absurden: Golfer als Scharfschützen, Landfrauen in Feldküchen, Großmütter, die Tarnnetze stricken. Selbst Wanderer könnten eine Rolle spielen, indem sie feindliche Truppen mit manipulierten Wegweisern in die Irre führen, während Gleitschirmflieger als improvisierte Kampfdrohnen fungieren.

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Noch ungewöhnlichere Ideen schlagen vor, das Alphorn als psychologische Waffe einzusetzen – seine ohrenbetäubenden Klänge sollen feindliche Truppen in die Flucht schlagen. Leidenschaftliche Briefeschreiber und Verschwörungstheoretiker wiederum könnten in einer Propagandaeinheit eingesetzt werden, um Gegner mit Desinformation zu verwirren. Doch trotz aller Spekulationen hat die Armee noch keine offiziellen Schritte skizziert. Die bisherigen Stellungnahmen bleiben vage und verweisen lediglich auf allgemeine Bestrebungen, die Reserven zu evaluieren.

Enzlers Comedy lebt seit jeher von solchen Eigenheiten der Schweizer Politik. Sein aktuelles Programm Brenzlig spielt mit den Absurditäten moderner Militärplanung und verbindet seinen markanten Dialekt mit treffsicheren Beobachtungen. Die Tournee knüpft an eine Karriere an, die 2007 mit dem Sieg beim prestigeträchtigen Salzburger Stier begann und seinen Ruf festigte, politische Ironien in messerscharfe Pointen zu verwandeln.

Nun obliegt es dem Bundesrat, aus der parlamentarischen Zustimmung ein funktionierendes Reintegrationsprogramm zu machen. Ob der Fokus bei ehemaligen Soldaten bleibt oder auf andere Rentner ausgeweitet wird, steht noch in den Sternen. Bisher hat die Armee lediglich eine allgemeine Überprüfung der Reserven bestätigt.

Enzler hingegen füllt mit seiner Tour weiterhin die Säle – ein Beweis dafür, dass selbst Verteidigungspolitik in den richtigen Händen zu komödiantischem Gold werden kann.

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