19 April 2026, 02:38

Schweizer Gericht entscheidet: Junge muss trotz religiösem Verbot am Schwimmunterricht teilnehmen

Schwarzes und weißes stereoskopisches Bild von Menschen, die im Wasser schwimmen, mit einem Seil im Vordergrund und Himmel im Hintergrund, mit einem Wasserzeichen, das es als stereoskopische Ansicht der Taufe Jesu darstellt.

Schweizer Gericht entscheidet: Junge muss trotz religiösem Verbot am Schwimmunterricht teilnehmen

Ein Schweizer Gericht hat angeordnet, dass ein Junge der Palmarianischen Kirche am Schulschwimmunterricht teilnehmen muss. Das Urteil folgt auf einen Streit zwischen seiner Familie und den lokalen Behörden wegen religiöser Bedenken. Die strengen Glaubenssätze der Kirche stehen im Widerspruch zu den öffentlichen Bildungsvorgaben der Schweiz.

Die Palmarianische Kirche spaltete sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil von der römisch-katholischen Kirche ab. Gegründet von Clemente Domínguez y Gómez, lehnt sie das moderne Leben ab und verbietet Radio, Fernsehen und Zeitungen. Die Gruppe lehnt zudem Menschenrechte ab und setzt einen starren Kleiderkodex durch – Badebekleidung und der Besuch öffentlicher Schwimmbäder gelten als Sünden gegen Gott.

Zu den Lehren der Kirche gehört eine extreme Verehrung der Jungfrau Maria, verbunden mit Behauptungen göttlicher Visionen und Wunder. Die Päpste Roms werden als Ketzer verdammt, während der spanische Sitz der Gruppe als wahrer Papstthron deklariert wird. Politisch steht die Bewegung der extremen Rechten nahe und verehrt den ehemaligen spanischen Diktator Francisco Franco als Heiligen.

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In der Schweiz beansprucht Joseph Odermatt, ein Einwohner von Nidwalden, die Führung der "wahren" katholischen Kirche. Als die lokalen Behörden den Schwimmunterricht vorschrieben, verweigerte die Familie die Teilnahme mit Verweis auf religiöse Dogmen. Das Bundesgericht entschied schließlich, dass der Junge am Unterricht teilnehmen muss, und setzte sich damit über die Einwände der Kirche hinweg.

Mit etwa 10.000 Anhängern weltweit bleibt die Palmarianische Kirche eine kleine, aber äußerst restriktive Bewegung. Ihre Haltung zu Bildung und öffentlichem Leben führt weiterhin zu rechtlichen Konflikten in säkularen Gesellschaften.

Das Gerichtsurteil erzwingt die Teilnahme des Jungen an schulischen Aktivitäten trotz der religiösen Bedenken seiner Familie. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen strengen religiösen Praktiken und staatlichen Bildungspolitik. Das Urteil schafft einen Präzedenzfall für ähnliche Streitigkeiten in der Schweiz.

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