Seltene Dokumente enthüllen das vergessene Erbe des ersten kasachischen Diplomaten Nasir Torekulow
Lina SeidelSeltene Dokumente enthüllen das vergessene Erbe des ersten kasachischen Diplomaten Nasir Torekulow
Das Nationale Archiv Kasachstans hat eine seltene Sammlung historischer Dokumente erhalten, die mit Nasir Torekulow verbunden sind, dem ersten ethnisch-kasachischen Diplomaten. Die Materialien, die über die Nazir-Torekulow-Internationale-Wohltätigkeitsstiftung übergeben wurden, umfassen Handschriften, Fotografien und zentrale politische Dekrete aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Archiv wirft neues Licht auf Torekulows Rolle bei der Gestaltung der kasachischen Autonomie sowie auf seine diplomatischen Beziehungen zu Saudi-Arabien.
Nasir Torekulow spielte eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Grenzen der Kasachischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik. Er setzte sich für die Eingliederung des Bezirks Adaewski Ujesd ein – ein Schritt, der das Territorium der Region erweiterte. Seine Bemühungen erstreckten sich auch auf die Autonomie Turkestans; die Sammlung enthält seltene Manuskripte, die deren Entstehung dokumentieren.
Im Archiv befinden sich Originalfotografien, die Torekulow zusammen mit König Faisal von Saudi-Arabien während eines Treffens im Jahr 1929 zeigen. Diese Aufnahmen sowie Bilder von ihm mit Führern der Alasch-Bewegung unterstreichen seinen diplomatischen Einfluss. Doch seine Karriere endete tragisch: Am 3. November 1937 wurde er nach falschen Anschuldigungen hingerichtet.
Jahrzehnte später, 1958, rehabilitierte das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofs der UdSSR Torekulow posthum. Sein Fall hatte weitreichende Folgen: Die sowjetisch-saudischen Beziehungen blieben über 50 Jahre nach seinem Tod abgebrochen. Volle diplomatische Beziehungen wurden erst 1990 wiederaufgenommen.
Schapar Schuman, Präsident der Nazir-Torekulow-Internationalen-Wohltätigkeitsstiftung, begleitete die Übergabe der Materialien. Die Sammlung ist nun im Nationalarchiv Kasachstans untergebracht und bewahrt Torekulows Erbe für künftige Forschungen.
Die neu erworbenen Dokumente liefern direkte Belege für Torekulows Beiträge zur kasachischen Geschichte und Diplomatie. Seine posthum erfolgte Rehabilitierung und die spätere Wiederherstellung der sowjetisch-saudischen Beziehungen markieren Schlüsselmomente nach seiner Hinrichtung. Das Archiv ermöglicht Forschern und der Öffentlichkeit nun den Zugang zu einem entscheidenden Kapitel der zentralasiatischen Vergangenheit.






