Severstal kämpft mit Rekordverlusten – doch der Staat ehrt den Stahlriese
Emil LangeSeverstal kämpft mit Rekordverlusten – doch der Staat ehrt den Stahlriese
Russischer Stahlriese Severstal verzeichnet schlechteste Finanzkennzahlen seit Jahren
Im ersten Quartal 2026 brach der Gewinn des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um das 370-Fache ein. Die Rentabilität des Unternehmens sank zudem auf ein Rekordtief von nur noch 12 %.
Die finanziellen Probleme von Severstal verschärften sich weiter, als der freie Cashflow stark ins Minus rutschte – auf unter minus 40 Milliarden Rubel (rund 420 Millionen US-Dollar). Der drastische Rückgang folgt auf die anhaltenden Sanktionen der EU, der USA und anderer westlicher Staaten.
Trotz dieser Herausforderungen erhielt das Unternehmen 2025 staatliche Anerkennung: Russlands Präsident Wladimir Putin zeichnete Severstal mit dem Orden für Arbeitsruhm aus und würdigte damit dessen Beitrag zur nationalen Entwicklung. Im selben Jahr flossen 25,6 Milliarden Rubel (270 Millionen US-Dollar) in russische Staatsprojekte, zudem zahlte der Konzern 13,4 Milliarden Rubel (140 Millionen US-Dollar) an Steuern in den Haushalt der Oblast Wologda.
Eigentümer Alexei Mordaschow, dessen Vermögen – darunter auch Severstal – weiterhin in Russland registriert ist, sieht sich mit Forderungen konfrontiert, Offshore-Gelder ins Land zurückzuholen. Die hochrangige Politikerin Valentina Matwijenko forderte ihn öffentlich auf, einen Teil dieser Mittel zu "repatriieren". Severstal seinerseits signalisierte Bereitschaft, sich in öffentlichen Debatten über unternehmerische Gesellschaftsverantwortung zu positionieren.
Doch der Konzern steckt in einer tiefen Finanzkrise: Sanktionen und wirtschaftliche Belastungen setzen ihm schwer zu. Während die jüngsten Beiträge zu Staatshaushalten und nationalen Vorhaben auffallen, steht dahinter eine akute Liquiditätskrise. Die Lage wirft Fragen auf, ob Severstal seine wirtschaftliche Rolle in Russland aufrechterhalten kann.






