Singapur führt Rohrstock gegen Schulmobbing als letzte Konsequenz ein
Hannah RichterSingapur führt Rohrstock gegen Schulmobbing als letzte Konsequenz ein
Singapur führt körperliche Züchtigung als Strafe für Schulmobbing ein und setzt damit auf eine strengere Disziplinarpolitik. Die neuen Regelungen erlauben das Rohrstockschlagen für Jungen ab den höheren Grundschulklassen, wenn andere Maßnahmen versagen. Die Behörden betonen, dass dies nur in extremen Fällen angewendet werde.
Das Bildungsministerium kündigte die Änderungen Mitte April an; alle Schulen müssen sie bis 2027 umsetzen. Die Entscheidung folgt auf mehrere schwerwiegende Mobbingfälle im Jahr 2025, die in der Öffentlichkeit große Besorgnis auslösten.
Der Rohrstock kommt bei Jungen zum Einsatz, die andere mobben – auch durch digitale Belästigung. Die Strafe muss jedoch zuvor vom Schulleiter genehmigt werden, und nur autorisierte Lehrkräfte dürfen sie vollstrecken.
Für Mädchen, die in Mobbing verwickelt sind, gelten andere Regeln: Statt körperlicher Züchtigung drohen ihnen Schulverweise oder Abwertungen im Sozialverhalten. Bildungsminister Desmond Lee betonte, dass diese Maßnahmen nur als letztes Mittel eingesetzt werden, wenn andere disziplinarische Schritte wirkungslos bleiben.
Die neue Richtlinie unterstreicht Singapurs harte Haltung in Sachen Schulsdisziplin und ahndet wiederkehrendes Mobbing mit verschärften Konsequenzen. Die Schulen haben nun bis 2027 Zeit, die aktualisierten Vorschriften vollständig umzusetzen. Die Regierung versichert, dass der Rohrstock selten und unter strengen Auflagen bleiben werde.






