Skandal um Mandelsons US-Botschafterposten: Ex-Diplomat Barton soll vor Parlament aussagen
Lina SeidelSkandal um Mandelsons US-Botschafterposten: Ex-Diplomat Barton soll vor Parlament aussagen
Der Streit um die Ernennung von Lord Mandelson zum US-Botschafter hat sich weiter zugespitzt, nachdem der ehemalige Spitzendiplomat Sir Philip Barton vor dem Parlament aussagen soll. Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen Vorwürfe politischen Drucks, Sicherheitsbedenken sowie Bartons vorzeitiger Ruhestand mit einer beträchtlichen Abfindung.
Sir Philip Barton, damals ständiger Unterstaatssekretär im britischen Außenministerium, lehnte Mandelsons Nominierung von Anfang an ab. Er äußerte Bedenken wegen der geschäftlichen Verbindungen des Lords zu chinesischen und russischen Unternehmen sowie wegen dessen früherer Verbindung zu Jeffrey Epstein. Eine Sicherheitsüberprüfung für Mandelson wurde zunächst vom Kabinettsamt ausgesetzt, was Bartons Sorgen noch verstärkte.
Trotz seiner Vorbehalte genehmigte Barton die Ernennung offiziell in einem Schreiben vom 18. Dezember 2024. Berichten zufolge stand er unter massivem Druck, darunter soll auch eine angebliche Äußerung von Morgan McSweeney, einem hochrangigen Berater, gefallen sein, der ihn aufgefordert haben soll, die Sache "einfach verdammt noch mal zu unterschreiben". Die endgültige Freigabe erteilte jedoch Bartons Nachfolger, Sir Olly Robbins, am letzten Tag der Biden-Regierung.
Barton hatte sich stattdessen für Dame Karen Pierce eingesetzt, die amtierende US-Botschafterin, die enge Beziehungen zum künftigen Team von Donald Trump aufgebaut hatte. Seine Haltung in der Mandelson-Frage führte schließlich zu seinem Entschluss, 2025 vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Laut den Vereinbarungen erhält er eine "freiwillige Abfindungszahlung" in Höhe von 262.185 Pfund sowie ein letztes Gehalt von 240.000 Pfund – inklusive Boni – für das Jahr 2024/25.
Der Auswärtige Ausschuss des Unterhauses wird Barton nun gemeinsam mit McSweeney und Robbins im Rahmen seiner Untersuchungen befragen. Die Folgen der Ernennung dürften die Prüfung der Regierung von Premierminister Sir Keir Starmer weiter verschärfen.
Die Anhörungen des Ausschusses werden die Umstände von Mandelsons Ernennung und die angeblichen politischen Einflüsse untersuchen. Bartons Aussage sowie die Beweise weiterer Schlüsselfiguren könnten weitere Details über den Entscheidungsprozess ans Licht bringen. Die Ergebnisse könnten zudem künftige diplomatische Ernennungen und Kontrollmechanismen prägen.






