Sommerzeit beginnt: Warum die Schweiz am Sonntag die Uhren umstellt
Schweiz stellt am Sonntag die Uhren auf Sommerzeit um
Dieser Sonntag, um 2:00 Uhr, wird in der Schweiz die Uhr um eine Stunde vorgestellt – die Umstellung auf die Sommerzeit beginnt. Die Maßnahme ist Teil einer langjährigen Praxis, doch in Europa wird weiterhin über ihre Zukunft diskutiert. Währenddessen basiert die präzise Zeitmessung des Landes auf hochmodernen Atomuhren, darunter eine beim Bundesamt für Metrologie (Metas) in Wabern bei Bern.
Die Sommerzeit (engl. Daylight Saving Time, DST) wurde in Europa 1973 als Reaktion auf die Ölkrise eingeführt, um Energie zu sparen. Die Schweiz übernahm das System 1981, um sich mit den Nachbarländern abzustimmen und keine "Zeitinsel" zu werden. In diesem Jahr dauert die Sommerzeit 30 Wochen bzw. 210 Tage, bevor die Uhren am 25. Oktober um 3:00 Uhr wieder zurückgestellt werden.
Die halbjährliche Zeitumstellung steht jedoch zunehmend in der Kritik, insbesondere wegen ihrer Auswirkungen auf Gesundheit, Tierschutz und Sicherheit. Gegner argumentieren, sie führe zu Mini-Jetlags, vor allem bei Kindern und älteren Menschen, während die Zahl der müdigkeitsbedingten Verkehrsunfälle steige. Auch Landwirte berichten von vorübergehend sinkender Milchproduktion bei Kühen während der Umstellungsphase.
Die offizielle Schweizer Zeit wird vom Bundesamt für Metrologie (Metas) verwaltet, das mehrere Atomuhren betreibt. Weltweit wird die koordinierte Weltzeit (UTC) vom Internationalen Büro für Maß und Gewicht anhand von Daten aus etwa 350 bis 400 Atomuhren in 60 Referenzlaboren bestimmt. Rund ein Dutzend hochpräziser Primärfrequenznormale – darunter eine bei Metas – tragen zur Feinjustierung der globalen Zeit bei.
Die mögliche Abschaffung der saisonalen Zeitumstellung bleibt in den Nachbarländern der Schweiz ein politisches Thema, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Mit der anstehenden Umstellung beginnen längere Abende – die Sommerzeit dauert diesmal 210 Tage. Solange das System besteht, werden die Debatten über seine Zukunft und die Auswirkungen auf den Alltag wohl anhalten. Die Schweizer Zeitmessung bleibt indes präzise, gestützt auf moderne Atomuhren bei Metas und anderen internationalen Laboren.






