SPD plant 25-Milliarden-Euro-Turbo für Start-ups bis 2030 durch WIN-Initiative
Hannah RichterSPD plant 25-Milliarden-Euro-Turbo für Start-ups bis 2030 durch WIN-Initiative
Drei SPD-Abgeordnete haben Pläne vorgelegt, die deutsche WIN-Initiative auszubauen, um bis 2030 insgesamt 25 Milliarden Euro für Start-ups und Wachstumsunternehmen zu mobilisieren. Ursprünglich war ein Volumen von 12 Milliarden Euro vorgesehen, doch durch Reformen der Investitionsregeln, Steuererleichterungen und die Einbindung von Pensionsfonds könnte sich der Finanzierungstopf nun verdoppeln. Philipp Rottwilm, Parsa Marvi und Daniel Bettermann skizzieren die Strategie in einem neuen Vorschlag, der sich auf erste Erfolge stützt – darunter einen Vorläuferfonds über eine Milliarde Euro.
Im Mittelpunkt des Plans steht die Lockerung der Vorgaben für institutionelle Anleger. Versicherungen und Pensionskassen sollen weniger Hürden überwinden müssen, wenn sie in Start-ups investieren, während ein neuer "Bundesrentenfonds" bis zu fünf Prozent seines Vermögens in junge Unternehmen oder europäische Firmen stecken könnte, die sich auf einen Börsengang vorbereiten. Auch Privatpersonen hätten über diversifizierte Dachfonds leichteren Zugang zu Wachstumsunternehmen.
Steuerliche Anreize bilden einen zentralen Baustein des Konzepts. Geplant sind Forschungs- und Entwicklungssteuergutschriften sowie verbesserte Vergünstigungen für Schlüsseltechnologien wie KI und Robotik. Diese Maßnahmen passen in die übergeordnete Start-up-Strategie von SPD-Chef Lars Klingbeil, die das deutsche Innovationsökosystem stärken soll.
Die Kapitalaufbringung soll 2026 starten, wobei der Deutschlandfonds und der Wachstumsfonds II bereits für eine Milliarde Euro an Start-up-Investitionen vorgesehen sind. Die Abgeordneten schlagen zudem ein stufenweises kapitalgedecktes Rentensystem vor, das zunächst als freiwilliges Betriebsrentenprodukt eingeführt und später zu einem Teilfinanzierungsmodell für die gesetzliche Rente ausgebaut werden soll. Der Bundestag hat bereits Reformen der privaten Altersvorsorge beschlossen – ein erster Schritt für weitere Änderungen.
Falls umgesetzt, könnten die Reformen den Finanzierungstopf der WIN-Initiative bis 2030 auf über das Doppelte anwachsen lassen. Das angestrebte Volumen von 25 Milliarden Euro basiert auf regulatorischen Anpassungen, Steuererleichterungen und der neuen Pensionsfonds-Struktur. Die finale Reformagenda der SPD, die derzeit erarbeitet wird, wird über die nächsten Schritte entscheiden.






