24 May 2026, 04:02

SPD zerrissen: Streit über mögliche AfD-Duldung spaltet die Partei

SPD-Vizechefin Midyatli: Albig ist mit AfD-Zusammenarbeit völlig auf dem Holzweg

SPD zerrissen: Streit über mögliche AfD-Duldung spaltet die Partei

In der SPD ist ein scharfer Streit über eine mögliche Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD entbrannt. Serpil Midyatlı, stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, verurteilte den Vorstoß vehement – ausgelöst hatte die Debatte der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig, der Minderheitsregierungen mit Duldung der AfD ins Spiel gebracht hatte. Midyatlı bezeichnete den Vorschlag als grundfalsch und forderte stattdessen konsequentes Vorgehen gegen die Partei selbst.

Der Konflikt eskalierte, nachdem Albig, ein erfahrener SPD-Politiker, seine Parteikollegen aufforderte, über Minderheitsregierungen nachzudenken, die auf die Tolerierung durch die AfD angewiesen wären. Diese Idee stieß bei Midyatlı auf scharfe Ablehnung: Sie wies den Ansatz als „völlig falsch“ zurück und ging noch weiter, indem sie die AfD in einer deutlichen Zurechtweisung als „unmenschlich und demokratiefeindlich“ brandmarkte.

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Doch Midyatlı beließ es nicht bei Kritik. Sie forderte vielmehr ein vollständiges Verbot der AfD und drängte auf eine umgehende Prüfung, ob die Partei mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Ihre Haltung war unmissverständlich: Als Sozialdemokratin gelobte sie, der AfD „immer und überall“ entgegenzutreten.

Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Gräben innerhalb der SPD im Umgang mit dem Aufstieg der Rechtsextremen. Während Albigs Vorschlag auf pragmatische Regierungsfähigkeit abzielte, machte Midyatlıs Reaktion deutlich, dass sie jede Zusammenarbeit mit einer Partei ablehnt, die sie als grundlegend undemokratisch ansieht.

Der Streit stellt die SPD nun vor eine klare innere Zerreißprobe. Midyatlıs Forderung nach einem Verbot und einer verfassungsrechtlichen Überprüfung zieht eine harte Grenze gegen jede Annäherung an die AfD. Für die Partei bleibt vorerst die Aufgabe, die Folgen einer Debatte zu bewältigen, in der politische Strategie und prinzipienfeste Ablehnung aufeinandertreffen.

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