27 March 2026, 10:01

SPD-Zoff eskaliert: Bas und Klingbeil unter Rücktrittsdruck nach Wahldebakel

Plakat für die Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug, mit Text, der das Ereignis beschreibt.

SPD-Zoff eskaliert: Bas und Klingbeil unter Rücktrittsdruck nach Wahldebakel

Streit in der SPD: Wachsende Kritik an Doppelrollen von Bas und Klingbeil

Innerhalb der SPD schwelt ein zunehmend offener Konflikt über die Doppelbelastung der Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil. Beide sind gleichzeitig Bundesminister und führen die Partei – eine Konstellation, die nach den jüngsten Wahlniederlagen scharfe Kritik auf sich zieht. Die Forderungen nach ihrem Rücktritt werden lauter, während hochrangige Parteimitglieder infrage stellen, ob sie Reformen vorantreiben können, während sie Regierungsämter innehaben.

Neue Vorwürfe kommen von Orkan Özdemir, einem Berliner SPD-Politiker und stellvertretendem Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der Partei. Er argumentiert, dass Bas als Arbeitsministerin und Klingbeil als Finanzminister keine glaubwürdige Erneuerung der SPD betreiben könnten, solange sie gleichzeitig Regierungsverantwortung trügen. Seine Äußerungen folgen auf schwere Verluste bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz innerhalb von nur zwei Wochen.

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Özdemirs Kritik deckt sich mit den Forderungen des SPD-Nachwuchses, der Jusos. deren Bundesvorsitzender Philipp Türmer hat öffentlich einen Wechsel an der Parteispitze und eine stärkere Konzentration auf die Bekämpfung der Vermögensungleichheit gefordert. Benedict Lang, Landesvorsitzender der Jusos in Bayern, unterstrich diese Position im Gespräch mit dem Tagesspiegel und erklärte, die Doppelrollen seien "offensichtlich gescheitert" und müssten dringend aufgelöst werden.

Trotz des Drucks lehnen Bas und Klingbeil Rücktrittsforderungen ab. Stattdessen wollen sie auf einer anstehenden großen Parteiveranstaltung eine neue Ausrichtung der Sozialreformen vorstellen. Bisher wurden jedoch keine konkreten Änderungen der internen SPD-Strategie bekannt gegeben.

Der Streit offenbart tiefe Gräben über die Zukunft der SPD nach den anhaltenden Wahlniederlagen. Ohne unmittelbare personelle oder strategische Kurskorrektur steht die Partei weiterhin in der Kritik, ob sie Regierungsverantwortung und interne Erneuerung vereinbaren kann. Die geplante Klausur zur Sozialpolitik erhält nun zusätzliche Brisanz, da die Führung versuchen wird, die wachsende Unzufriedenheit einzudämmen.

Quelle