29 April 2026, 18:02

"Speedrunning"-Proteste gegen Scientologen in Los Angeles eskalieren – ist das Hass oder Meinungsfreiheit?

Eine große Gruppe von Menschen steht vor einer russisch-orthodoxen Kirche, einige halten Musikinstrumente, mit brennenden Kerzen, einem Teppichboden, Fotorahmen an den Wänden und einem Fenster auf der rechten Seite.

"Speedrunning"-Proteste gegen Scientologen in Los Angeles eskalieren – ist das Hass oder Meinungsfreiheit?

Scientologen in Los Angeles im Visier einer skurrilen Protestwelle: "Speedrunning"

In Los Angeles sind Scientologen zum Ziel einer bizarren Protestbewegung geworden, die als "Speedrunning" bekannt ist. Gruppen von Menschen – einige in Kostümen – stürmen Scientology-Gebäude, geraten mit Sicherheitskräften aneinander und filmen die Konfrontationen. Die Vorfälle haben eine Debatte ausgelöst, ob es sich dabei um Hassverbrechen oder um freie Meinungsäußerung handelt.

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Seit Anfang dieses Jahres wurden bei Scientology-Einrichtungen in Hollywood fünf Hausfriedensbrüche angezeigt. Nur zwei davon entsprachen jedoch dem Muster des "Speedrunnings" – bei dem Personen durch Gebäude sprinten und sich an Wachen vorbeidrängen. In Online-Videos sind Teilnehmer zu sehen, darunter einige als Jesus Christus oder Sonic the Hedgehog verkleidet, die Türen aufstoßen, mit Mitarbeitern zusammenprallen und dann fliehen.

Vertreter der Kirche bezeichnen die Vorfälle als "organisierte Hausfriedensbrüche" und Hassverbrechen. Sie werfen den Läufern vor, gezielt ihren Glauben anzugreifen, und verweisen auf 16 gemeldete Hassverbrechen gegen Scientologen im Jahr 2024 im Bezirk Los Angeles. Damit sind sie die drittmeistbetroffene religiöse Gruppe in der Region.

Bisher gab es keine Festnahmen und keine Verletzten. Dennoch untersucht die Polizei von Los Angeles (LAPD) die Vorfälle als mögliche Hassverbrechen. Ein ehemaliger Polizist und Professor warnte, dass Teilnehmer, die körperlich mit Wachen zusammenstoßen, wegen Körperverletzung belangt werden könnten.

Die Reaktionen auf den Trend sind gespalten. Einige ehemalige Scientologen, darunter die Schauspielerin Leah Remini, argumentieren, dass die Proteste nach hinten losgehen und Menschen noch tiefer in die Organisation treiben könnten. Andere sehen die Aktionen als mutigen Weg, um die angeblichen Missstände der Kirche anzuprangern.

Die LAPD ermittelt weiterhin, bisher wurden jedoch keine Anklagen erhoben. Während Scientology-Vertreter auf Hassverbrechen bestehen, betrachten Kritiker die Aktionen als Form des Protests. Die Frage, wo die Grenze zwischen Demonstration und strafbarem Verhalten liegt, bleibt ungeklärt.

Quelle