26 March 2026, 10:34

Spritpreis-Explosion treibt Europäer zu gebrauchten Elektroautos

Liniengraph, der den Anstieg der Batterie-Elektrofahrzeugverkäufe in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Spritpreis-Explosion treibt Europäer zu gebrauchten Elektroautos

Preisschock an den Tankstellen: Gebrauchtwagen mit E-Antrieb boomen in Europa

Die jüngste Preisspirale bei Benzin infolge der Iran-Krise treibt immer mehr europäische Autofahrer in Richtung gebrauchter Elektrofahrzeuge. Innerhalb der vergangenen drei Wochen ist die Nachfrage nach Secondhand-E-Autos auf dem Kontinent deutlich gestiegen. Händler und Online-Marktplätze verzeichnen ein Rekordinteresse, während die Spritkosten weiter steigen.

Der durchschnittliche Benzinpreis in der EU kletterte zwischen dem 23. Februar und dem 16. März um 12 Prozent auf 1,84 Euro pro Liter. Dieser Anstieg macht Elektroautos aufgrund ihrer geringeren Betriebskosten attraktiver. Auf Aramisauto, einer der größten europäischen Plattformen für Gebrauchtwagen, verdoppelten sich die Verkäufe von E-Fahrzeugen innerhalb von nur drei Wochen fast – ihr Anteil stieg von 6,5 auf 12,7 Prozent der Gesamtverkäufe.

Gleichzeitig verloren Benziner und Diesel an Boden. Der Anteil der Benzinfahrzeuge an den Verkäufen auf Aramisauto sank von 34 auf 28 Prozent, während Diesel von 14 auf 10 Prozent fielen. Besonders ausgeprägt ist dieser Wandel in Norwegen: Auf Finn.no, dem größten Gebrauchtwagenportal des Landes, haben Elektroautos Diesel mittlerweile als meistverkauften Antriebstyp überholt.

Auch die Suchanfragen nach E-Autos explodieren. Mobile.de in Deutschland meldet eine Verdreifachung der Suchen nach Elektrofahrzeugen seit Anfang März – ihr Anteil stieg von 12 auf 36 Prozent aller Anfragen. Die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos auf der Plattform legte um 66 Prozent zu. Ähnliche Trends zeigen sich auf den OLX-Marktplätzen: In Frankreich stieg das Kundeninteresse um 50 Prozent, in Rumänien um 40 Prozent, in Portugal um 54 Prozent und in Polen um 39 Prozent.

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Die nordischen Länder, ohnehin Vorreiter bei der E-Mobilität, verzeichnen weiteres Wachstum. Auf der schwedischen Plattform Blocket stiegen die Verkäufe gebrauchter E-Autos um 11 Prozent, die Aufrufe um 17 Prozent. Norwegen, die Niederlande und Schweden – wo der Anteil gebrauchter E-Autos am Markt von 12 Prozent im Jahr 2021 auf 28 Prozent 2024 wuchs – bleiben dank staatlicher Förderungen und hoher Neuzulassungen von E-Fahrzeugen führend.

Auch die Automobilhersteller reagieren auf den Trend. MG etwa hat in den sozialen Medien Kampagnen mit Slogans wie "Vielleicht ist es an der Zeit, Ihr Fahrverhalten zu überdenken" gestartet, um die Kostenvorteile des Umstiegs von Benzin auf Strom zu bewerben.

Der starke Anstieg der Spritpreise beschleunigt die Wende hin zu gebrauchten Elektroautos in Europa. Marktplätze in der gesamten Region melden höhere Verkaufszahlen, mehr Suchanfragen und steigende Kundenanfragen – mit dem stärksten Wachstum in Ländern, in denen Subventionen und Ladeinfrastruktur die E-Mobilität bereits fördern. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass preissensible Käufer zunehmend auf elektrische Alternativen umsteigen, solange die Kraftstoffkosten schwanken.

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