Spritpreise explodieren: Wer ist schuld am Benzin-Preisschock in Großbritannien?
Mila VoigtSpritpreise explodieren: Wer ist schuld am Benzin-Preisschock in Großbritannien?
Spritpreise im Vereinigten Königreich steigen seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar stark an
Bis zum 23. März 2026 kletterte der Preis für einen Liter Benzin auf 1,44 Pfund – ein Anstieg von 7 Prozent innerhalb weniger Wochen. Nun liefern sich Unternehmen und Politiker einen Streit darüber, wer für die explodierenden Kosten verantwortlich ist.
An den Zapfsäulen stieg der Preis von 1,32 Pfund pro Liter vor einem Monat auf heute 1,44 Pfund. Vor einem Jahr, noch vor dem Iran-Krieg, lag der Durchschnittspreis bei 1,35 Pfund. Offizielle Daten bestätigen den deutlichen Anstieg, wobei die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer die Belastung für Verbraucher zusätzlich verschärfen.
Wirtschaftsführer werfen Finanzministerin Rachel Reeves vor, aus der Krise Profit zu schlagen. Lord Wolfson forderte die Regierung auf, die Situation nicht für zusätzliche Einnahmen auszunutzen. Gleichzeitig kritisierten die Industrieministerin Kemi Badenoch und andere Branchenvertreter, dass Reeves von den höheren Spritkosten profitiere.
Die Kontroverse weitete sich aus, als Premierminister Keir Starmer und Reeves den Vorwurf äußerten, Händler würden die Preise wegen des Krieges künstlich in die Höhe treiben. Die Mineralölkonzerne wiesen dies zurück und betonten, dass ihre Gewinnmargen weiterhin bei etwa sechs Prozent pro Liter lägen. Der Einzelhandelsmanager Stuart Machin machte stattdessen die "grünen Abgaben" der Labour-Regierung für die steigenden Energiekosten verantwortlich.
Der ehemalige BP-Manager Nick Butler warnte, das Vereinigte Königreich könnte bereits in wenigen Wochen mit Engpässen bei Öl und Gas konfrontiert sein. Die Spannungen zwischen der Downing Street und den Kraftstofflieferanten zeigen keinerlei Anzeichen einer Entspannung.
Bei weiter steigenden Preisen und angespannter Stimmung hält der Streit über die Spritkosten an. Während die Regierung durch Steuern und Mehrwertsteuer von den höheren Preisen profitiert, verteidigen die Händler ihre Gewinnspannen. Sollten sich die befürchteten Lieferengpässe bestätigen, könnte dies den ohnehin schon belasteten Markt weiter unter Druck setzen.






