26 March 2026, 10:35

Staatenlosigkeit in Malaysia: Tausende Anträge auf Einbürgerung bleiben ungelöst

Plakat mit der Aufschrift "Kinderaertbst ist eine nationale Bedrohung - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das eine vielseitige Gruppe von Menschen zeigt, die gemeinsam stehen.

Staatenlosigkeit in Malaysia: Tausende Anträge auf Einbürgerung bleiben ungelöst

Staatenlosigkeit bleibt ein drängendes Problem in Malaysia und betrifft Menschen aller ethnischen Hintergründe. Der Sprecher des Bundesstaats Selangor, Lau Weng San, lenkte kürzlich die Aufmerksamkeit auf dieses Thema, nachdem er das Einwohnerstandsamt (National Registration Department) besucht hatte. Dort stellte er fest, dass Fälle von Staatenlosen unabhängig von Rasse oder Religion auftreten. Behördenvertreter und Aktivisten fordern nun entschlossenere Maßnahmen der Regierung, um die wachsende Zahl ungelöster Einbürgerungsanträge zu bewältigen.

Zwischen September 2018 und Juni 2025 gingen bei der MySel-Einheit der Regierung von Selangor insgesamt 2.240 Anträge auf Staatsbürgerschaft ein. Davon wurden jedoch nur 782 Fälle bearbeitet. Frühere Daten von 2018 bis Oktober 2024 wiesen 1.799 Anträge aus, von denen 614 genehmigt wurden. Die Zahlen deuten auf ein zähes Verfahren hin, das viele Antragsteller jahrelang in Unsicherheit zurücklässt.

Lau Weng San betonte, dass Staatenlosigkeit alle Malaysier betreffe – nicht nur Angehörige der indischen oder chinesischen Minderheiten. Bei einem früheren Besuch im Einwohnerstandsamt traf er einen 60-jährigen staatenlosen Mann, der extra aus Kota Bharu in Kelantan angereist war, um an einem Gespräch teilzunehmen. Lau beobachtete zudem, dass mehr als die Hälfte der Staatenlosen, denen er begegnete, malaiische Muslime waren. Dies unterstreicht, dass das Problem ethnische und religiöse Grenzen überschreitet.

Datuk Saravanan M. Sinapan, Präsident der Menschenrechtsorganisation DHRRA Malaysia, teilte diese Sorgen. Er wies darauf hin, dass Staatenlosigkeit ein nationales Problem sei, das bessere Datenerfassung und eine systematische Erfassung der Betroffenen erfordere. Ohne offizielle Schätzungen bleibe das wahre Ausmaß unklar. Saravanan schlug eine groß angelegte Registrierungskampagne vor, um sicherzustellen, dass bis 2030 jedes Kind in Malaysia eine Geburtsurkunde erhält – im Einklang mit den UN-Nachhaltigkeitszielen.

Lau rief die Abgeordneten auf, eng mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um schnellere Lösungen zu finden. Er stellte Staatenlosigkeit als eine Frage des Lebensunterhalts und der Zukunftschancen für Kinder dar – nicht als Thema von Rasse oder Religion. Beide Vertreter waren sich einig, dass sofortiges Handeln nötig sei, um weiteres Leid für schutzbedürftige Familien zu verhindern.

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Der Aufruf zu Reformen kommt zu einer Zeit, in der allein in Selangor Tausende Einbürgerungsanträge ungelöst bleiben. Behörden und Aktivisten drängen auf systematische Veränderungen, darunter verbesserte Aktenführung und gezielte Registrierungsinitiativen. Ohne solche Maßnahmen werden staatenlose Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – weiterhin auf Hindernisse in Bildung, Beruf und Alltag stoßen.

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